Zum Wohl anderer

Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte.
Lukas 16, Vers 8

Von Ute Mertens, Superintendentin im Kirchenkreis Elbe-Fläming

Jesus hat Humor! Das Gleichnis vom ungerechten Verwalter in Lukas 16 stiftet Verwirrung. Da beschuldigt ein Herr seinen Verwalter, Besitz zu verschleudern. Er soll vor ihn treten, Rechenschaft ablegen und dann verliert er seine Stellung. Was soll nun aus dem Verwalter werden? Richtig arbeiten oder betteln gehen will er nicht. Also ruft er die Schuldner seines Herrn und lässt sie die Schuldscheine fälschen. Überall etwas weniger! Die Schuldner sind froh und dankbar. Sicher zeigt der eine oder andere seine Dankbarkeit, wenn der Verwalter auf der Straße sitzt. Und am Ende lobte der Herr den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hat.
Was ist er denn nun, dieser Verwalter? Ein ungerechter, verschwenderischer Mitarbeiter? Ein gerissener Gauner? Oder ein kluger Haushalter. Er wechselt fröhlich die Seiten. Gibt Geld aus, das ihm nicht gehört und tut sich und anderen viel Gutes. Was hat er schon zu verlieren! Der Verwalter nutzt seine letzte Chance, allerdings nicht ohne sich dabei die Hände schmutzig zu machen. Und doch, das Lob des Herrn über seine Klugheit ist ihm gewiss. Es ist nicht der Betrug an sich gemeint. Aber er bleibt sich treu, geht verschwenderisch mit dem ihm Anvertrauten um und schenkt damit Anderen Leben. Und damit schafft er sich einen Ort, an dem er am Ende aufgenommen wird. Klug ist, wer bei seinem Tun sich vom kommenden Gottesreich beeindrucken lässt. Mit der Freiheit, die ihm oder ihr geschenkt ist, mit dem Anvertrauten Gutes zu tun, anderen und sich selbst.
Was wäre, wenn Jesus selbst der Verwalter ist? Und wir die Schuldner? Er gibt mit vollen Händen die ihm anvertrauten Güter weiter. Gottes Barmherzigkeit. Gott beschwert sich und Jesus macht trotzdem weiter? Christus schafft Freiheit von Schuld mit seiner Barmherzigkeit. Mit entschlossenem Handeln geht er seinen Weg und schenkt Leben. Wird er bei uns einen Ort finden, an dem er aufgenommen wird? Werden wir als Kinder des Lichts so handeln, wie er es uns vorgelebt hat? Verschwenderisch zum Wohl Anderer. Verschwenderisch mit seiner Barmherzigkeit. Nicht mit Berechnung. Nicht aus Zwang. Sondern mit der Freiheit heraus, die Christus uns schenkt. Was haben wir dabei zu verlieren? Wir gewinnen das Leben.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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