Ausgegraben: Spuren jüdischen Lebens im Mittelalter

Relativ wenig ist vom jüdischen Leben im Mittelalter in deutschen Städten an der Oberfläche erhalten geblieben. In den vergangenen Jahrzehnten ergaben sich aber immer wieder Gelegenheiten, in den Innenstädten zu graben und die Funde zu untersuchen. So am Kölner Rathausplatz (2007–2015), auf dem Regensburger Neupfarrplatz (1995–1997) oder in jüngerer Zeit in Erfurt. Die Zeitschrift »Archäologie in Deutschland« (AiD) widmet dem Stand der Erforschung jüdischer Stadtviertel im Mittelalter in ihrem Heft 2/2019 genau 20 Seiten.
Die Autoren gehen dabei auch der Frage nach, ob der Begriff vom streng abgeschlossenen Ghetto angesichts der Forschungsergebnisse überhaupt zutreffend ist. Ergaben doch die Funde in Köln und Regensburg keine strikte Trennung der jüdischen Viertel von den Häusern der anderen Bürger. In Erfurt zeigte sich, dass jüdische Häuser und Einrichtungen über die ganze Stadt verteilt waren. Die Funde zeigen aber auch, wie schnell Pogrome dem blühenden jüdischen Leben ein Ende setzten – so geschehen 1349 in Erfurt, Köln oder Nürnberg.
Der Themenschwerpunkt enthält folgende Artikel: »Köln – jüdisches Leben zwischen Bischofssitz und Rathaus«, »Judenhöfe – kleine Gemeinschaften abseits der Zentren«, »Gut situierte Bürger in Erfurt« und »Verborgenes Potenzial in Bayerns Städten«.
(red)

Erhältlich bis 16. Mai im Zeitschriftenhandel für 11,95 Euro, danach unter
Telefon (0  22 25) 08 53 61, E-Mail <aid@aboteam.de>

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