Hintergrund
Schriller Nachhall vom »Echo«

Schriller Nachhall vom »Echo« »Eine Frage der Abwägung« – EKD-Vertreter für Auszeichnung von Skandalrappern
Von Banjamin Lassiwe

Es könnte der Anfang vom Ende eines der wichtigsten deutschen Musikpreise gewesen sein: Dass die Skandalrapper Farid Bang und Kollegah für ihr Album »Jung, Brutal, Gutaussehend 3« mit dem Echo ausgezeichnet wurden, hat in der vergangenen Woche für breites Aufsehen gesorgt. Zu antisemitisch, zu geschmacklos waren die Texte der beiden Musiker. Dass sie am Ende den »Echo« tatsächlich erhielten, hängt freilich auch mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zusammen.
Denn während die Jury des Musikpreises aus Vertretern von Radiostationen, der Musikindustrie und bereits ausgezeichneten Künstlern besteht, gehören dem siebenköpfigen Ethik-Beirat des »Echo« auch je ein Vertreter der Evangelischen und ein Vertreter der Katholischen Kirche an. Und als die ersten Vorwürfe gegen die Rapper laut wurden, trat dieses Gremium zusammen. Es ging um die Frage, ob man die Rapper wieder ausladen sollte. Doch mit sechs zu einer Stimme entschied der Echo-Beirat zu Gunsten von Farid Bang und Kollegah.
Und die eine Gegenstimme gehörte nicht dem EKD-Vertreter Klaus-Martin Bresgott, der im Büro des Kulturbeauftragten der EKD, Johann Hinrich Claussen, arbeitet. Nein, die Vertreterin der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Uta Losem, hatte als Einzige gegen die Rapper gestimmt. Denn mit der Textzeile »Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen« verhöhne man die Opfer des Holocaust. Gegenüber der Kirchenzeitung verteidigte Claussen das Vorgehen seines Mitarbeiters. » Die Entscheidung, ›Kollegah‹ nicht auszuschließen, kann man natürlich als Fehler ansehen«, so Claussen. »Man muss sich aber fragen, ob man mit einem Ausschluss das eigentliche Problem aus der Welt geschafft hätte.« Es sei eine Frage der Abwägung. Die angekündigte Überarbeitung des Preises begrüsst Clausen: »Die Forderung der evangelischen und der katholischen Kirche nach einer Neuformatierung des Preises hat offenkundig Gehör gefunden.«

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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