Jetzt ist Schluss!

Weihnachten ist gegessen, der Osterhase steht in den Startlöchern …
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Wann ist Weihnachten vorbei? Je nachdem. Für die einen nach dem 2. Weihnachtsfeiertag, für die anderen am 6. Januar. In diesem Jahr endete die Weihnachtszeit am 27. Januar. Ab 2019 konstant am 2. Februar. Warum? Ein Blick in den kirchlichen Festkalender.

Von Sabine Kuschel

Was den Beginn der Weihnachtszeit anbetrifft, herrscht Klarheit. Wenn uns Mitte Oktober oder gar schon Ende September in den Supermärkten bunt eingewickelte Schokoladenweihnachtsmänner und Pfefferkuchenherzen anlachen, empören sich Christen: Das ist zu früh! Der Weihnachtsfestkreis beginnt am 1. Advent und nicht, wenn die Schokoladenindustrie und der Handel den Umsatz ankurbeln wollen.
So eindeutig der Beginn der Weihnachtszeit ist, so unterschiedlich sind die Auffassungen über deren Ende. Die meisten wissen nicht so recht, wann sie den Herrnhuter Stern und die Lichterketten abhängen sollen. Manche halten den Dreikönigstag am 6. Januar für das Ende von Weihnachten, andere Lichtmess am 2. Februar.
Richtig ist: Bisher markierte der Sonnabend vor dem Sonntag Septuagesimä das Ende der Weihnachtszeit, also jährlich zu einem anderen Zeitpunkt. Mit dem Kirchenjahr 2018/19 ändert sich diese Ordnung der evangelischen Kirchen, erklärt Professor Alexander Deeg, Leiter des Liturgiewissenschaftlichen Instituts in Leipzig. »Die Idee war, die Epiphanias- beziehungsweise Weihnachtszeit ›stabil‹ zu halten. Als Termin bot sich der
2. Februar an«, so der Theologieprofessor. Damit also jeder weiß, wann die erzgebirgischen Holzkrippen und die Lauschaer Glaskugeln in Kartons gehören, und der Termin nicht jährlich variiert, steht ab 2019 fest: Die Weihnachtszeit endet konstant am 2. Februar.
Die Termine für Weihnachten und Epiphanias stehen fest im Kalender:
25. Dezember und 6. Januar. Der Ostertermin aber ändert sich von Jahr zu Jahr. Er ist abhängig vom ersten Frühlingsvollmond, der in diesem Jahr am 31. März ist. Am Tag darauf, ein Sonntag, feiern wir Ostern. Der Ostersonntag ist immer der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Der Frühlingsvollmond ist der erste Vollmond nach dem 20. März. Der Termin liegt jährlich zwischen dem 21. März und dem 19. April. Damit ist das frühestmögliche Osterdatum der 22. März, das späteste der 25. April. Wenn das Osterdatum variiert, entfallen unterschiedlich viele Sonntage auf die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern. Die sechs Passionssonntage vor Ostern wiederum – Invokavit, Reminiszere, Okuli, Lätare, Judika, Palmarum – stehen fest. Bisher gab es vor Invokavit drei feste Sonntage vor der Passionszeit: Septuagesimä, Sexagesimä und Estomihi.
Je nachdem, ob Ostern auf einen früheren oder späteren Termin fällt, dauert die Epiphaniaszeit mal länger, mal kürzer. Der letzte Sonntag nach Epiphanias, der die Weihnachtszeit abschließt, lag bisher immer vor Septuagesimä. Weihnachten endete also bisher am Sonnabend vor Septuagesimä. Das ist ab dem nächsten Kirchenjahr, das am 1. Advent 2018 beginnt, neu: Der Weihnachtsfestkreis schließt zu Lichtmess. Im Bewusstsein vieler Menschen ist der »Tag der Darstellung des Herrn« als Ende der Weihnachtszeit fest verankert. Das für diesen Tag vorgesehene Evangelium Lukas 2,22–24(25–35) berichtet, wie Jesus 40 Tage nach der Geburt in den Tempel gebracht wird, »um ihn dem Herrn darzustellen«.
Wie Alexander Deeg ergänzt, geht der Begriff Lichtmess zurück auf den mittelalterlichen Brauch, die bei Prozessionen und Umzügen mitgetragenen Kerzen zu weihen. In der Reformationszeit sei an Lichtmess als dem Abschluss des Weihnachtfestkreises festgehalten worden. Zudem kennzeichnete das Datum auch den Beginn des bäuerlichen Jahres. In vielen katholischen Gemeinden würde Lichtmess als das offizielle Ende der Weihnachtszeit angesehen, so der Theologe, auch wenn nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil Weihnachten bereits mit dem ersten Sonntag nach Epiphanias abschließt. Wenn nun auch für die evangelischen Kirchen Weihnachten mit Lichtmess seinen Abschluss findet, werde an ökumenische Traditionen angeknüpft. Und last not least, es wird in einer Zeit, in der alles beliebig ist, aber kaum jemand weiß, woran man sich halten kann, ein Fixpunkt gesetzt, der Orientierung schenkt.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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