Kulturland Sachsen-Anhalt
Neue Welterbestätten vor der Anerkennung

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra ist die Bewahrung der Welterbestätten ein besonderes Anliegen. | Foto: epd-bild/Jens Schlueter
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Sachsen-Anhalt hat fünf Welterbestätten, die von der Unesco anerkannt wurden. Das lockt kultur- und geschichtsinteressierte Besucher ins Land. Bald könnten weitere Orte den Sprung auf die Erbeliste schaffen.

Von: Thomas Nawrath

Schlossberg mit Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg ragen aus der mittelalterlichen Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern empor. | Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn
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Magdeburg. Sachsen-Anhalt will den Erhalt seiner fünf Welterbestätten auch künftig intensiv fördern. Dabei seien „nicht unerhebliche Mittel“ zur Bewahrung und Weiterentwicklung des Unesco-Welterbes erforderlich, sagte Kulturminister Rainer Robra (CDU) dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg. Nach seinen Angaben belief sich etwa im Jahr 2023 allein die institutionelle Förderung der vier für das Welterbe zuständigen Landesstiftungen auf fast 22 Millionen Euro.

Weitere Millionenbeträge flossen in umfangreiche Sanierungen und Erweiterungsinvestitionen wie am Stiftsberg von Quedlinburg oder im Gartenreich Dessau-Wörlitz. Das Unesco-Welterbe sei „ein zentraler Bestandteil kultureller Identität“, sagte der Minister. So diene „jeder Euro, den wir investieren, nicht nur dem Erhalt einzigartiger Kulturdenkmäler, sondern stärkt auch Bildung, Tourismus und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, unterstrich Robra.

Fünf Welterbestätten wurden umfassend saniert

Als Erstes schaffte 1994 die Altstadt von Quedlinburg mit rund 2.000 Fachwerkhäusern, Schloss und Stiftskirche den Sprung auf die Welterbeliste. 1996 folgten das Dessauer Bauhaus und die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg, ehe im Jahr 2000 auch das Gartenreich Dessau-Wörlitz und im Juli 2018 der Naumburger Dom zum Welterbe erklärt wurden.

WEltkulturerbe:  Die Stadtkirche St. Marien in Wittenberg war die Predigtkirche des Reformators Martin Luther (1483-1546). Hier wurde die Heilige Messe zum ersten Mal in deutscher Sprache gefeiert und das Abendmahl erstmals "in beiderlei Gestalt", in Brot und Wein, an die Gemeinde ausgeteilt.  | Foto: epd-bild/Norbert Neetz
  • WEltkulturerbe: Die Stadtkirche St. Marien in Wittenberg war die Predigtkirche des Reformators Martin Luther (1483-1546). Hier wurde die Heilige Messe zum ersten Mal in deutscher Sprache gefeiert und das Abendmahl erstmals "in beiderlei Gestalt", in Brot und Wein, an die Gemeinde ausgeteilt.
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In Quedlinburg soll nach mehrjährigen Sanierungen im Oktober das Museum im Schloss öffnen. Bereits Ende August wird zudem in Naumburg das neue Welterbezentrum eingeweiht. Auch bei den Luthergedenkstätten wird investiert: „Im Lutherhaus in Wittenberg stehen die energetische Sanierung des Gebäudes sowie die Neugestaltung der Dauerausstellung im Mittelpunkt“, sagte Robra.

Weitere Erbestätten scheinen realistisch

Der Minister geht davon aus, dass bereits 2029 mit den Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) die nächste Welterbestätte hinzukommt. Die Vorprüfung sei vielversprechend verlaufen, der Antrag solle bis Februar 2028 eingereicht werden. Zudem könnte 2028 die Entscheidung fallen, ob das „Grüne Band“ entlang der früheren innerdeutschen Grenze zugleich als Kultur- und Naturerbe von der Unesco anerkannt wird.

Ein weiterer Kandidat sei das Pretziener Wehr, ein Ingenieurbauwerk zum Hochwasserschutz nahe Magdeburg. Der Antrag sollte 2031 gestellt werden, damit die Entscheidung der Unesco 2032 erfolgen kann. Im Frühjahr 2027 könnte auch die Entscheidung fallen, ob die „Merseburger Zaubersprüche“ nach der berühmten Himmelsscheibe von Nebra als zweites Objekt zum Weltdokumentenerbe erklärt werden, sagte Robra.

epd 

Autor:

Thomas Nawrath

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