Sonderausstellung auf der Wartburg
"Luthers Donnerbalken" neu gezeigt

Ministerpräsident Bodo Ramelow, Burghauptmann Günter Schuchardt und Landesbischof Friedrich Kramer.
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  • Ministerpräsident Bodo Ramelow, Burghauptmann Günter Schuchardt und Landesbischof Friedrich Kramer.
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Von Paul-Philipp Braun 
Dem Reformator sei der Reichstag zu Worms wohl sehr auf den Magen geschlagen, merkt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) an, als er am Dienstagnachmittag zusammen mit dem Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, und Burghauptmann Günter Schuchardt vor einem breiten Balken steht, in dessen Mitte ein Loch ist. Was scherzhaft als Luthers Donnerbalken die Runde macht, ist in der Tat ein mittelalterlicher Latrinensitz. Ob der Reformator jedoch selbst auf dem Balken Platz nahm, ist nicht gewiss. Was hingegen verbrieft sei, berichtet Kuratorin Grit Jacobs, das seien Luthers Verdauungsprobleme, an denen der Reformator schon um seine Ankunft auf der Wartburg am 4. Mai 1521 litt.

Dieses Datum ist es auch, das seitdem den Beginn der lutherischen Übersetzung der Bibel markiert und in seinem 500. Jahr eigentlich mit einem großen Festakt und der Eröffnung einer neuen Dauerausstellung unter dem Titel "Luther im Exil" gewürdigt werden sollte. Doch die anhaltende Corona-Pandemie versagte sowohl den Festakt als auch die Ausstellungseröffnung. Oder besser: Sie verkleinerte den Rahmen. Statt des geplanten Gottesdientes mit dem ehemaligen Bundestagspräsidenten und Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, fand nun eine kleine Andacht mit dem Landesbischof und dem  Eisenacher Superintendenten Ralf-Peter Fuchs statt. Statt eines großen Ensembles, spielte der Eisenacher Posaunenchor unter Leitung des Kirchenmusikdirektors Christian Stötzner und anstelle der großen Eröffnung, gab es nur einen kleinen Rundgang für die Kirchenleitung und Ministerpräsidenten. Dieser würdigte den Reformator, der mit der Bibelübersetzung ins Meißner Kanzleideutsch den elementaren Grundstein für eine gemeinsame deutsche Sprache legte.

Dennoch sollen, so hieß es seitens der Verantwortlichen der Wartburg, die Burg und damit auch die Ausstellung sobald wie möglich wieder öffnen. Ein Hygienekonzept dafür liege bereits vor, nun sind es nur noch die Inzidenzwerte, die den Öffentlichkeitsbetrieb im Unesco-Weltkulturerbe verwehren. 

Neben besagtem Latrinensitz sind in der Ausstellung zahlreiche Alltagsgegenstände aus der Zeit Martin Luthers zu sehen. Schriften und Übersetzungen des Reformators sind ebenso Gegenstand der Schau, wie der Planwagen, mit dem der Entführte als vermeintlicher Junker Jörg auf die Wartburg gebracht wurde.

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Paul-Philipp Braun

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