Sich an Gottes Wirken im eigenen Leben erinnern

Gedächtnis: Nicht vergessen, dass Gott handelt und hilft. Beim Lesen von Psalm 107 ist der Autorin aufgegangen, dass es wichtig ist, sich an Situationen zu erinnern, in denen Gott geholfen hat. Hier ihre Gedanken zu dem Bibeltext.

Von Britta R. Kollberg

Die Menschen, die Gott hier loben sollen, sind fast ausnahmslos durch eigenes Verschulden in Not geraten. Gottes Gnade und Zuwendung gilt offenbar besonders denen, die wie wir irregehen, ihn verlassen, seine Wegweisung ignorieren – und die zu ihm rufen. Er sucht nicht die Perfekten, die alles im Griff haben, sondern die, die ihn brauchen. Dass dies oft ein und dieselben sind, zeigt der Psalm. Auch wer selbstsicher und gut ausgerüstet ist, erlebt Zeiten der Furcht und Zweifel. Gott nimmt sich zuerst unserer Ängste an. Denn diese sind es, die uns blockieren und schwierige Umstände noch erschweren.
Diese erste Antwort auf jeden Notruf des Psalms ist ein poetischer Kehrvers: Die Hungrigen in der Wüste führt er aus der Angst, ehe er sie sättigt und in ihre künftige Stadt führt. Die Gefangenen leitet er aus der Angst, ehe er Riegel und Gefängnisse öffnet.
Oft ist Angst die eigentliche Ursache unserer Entgleisungen, Verstrickungen und Schuld. Die Angst, zu kurz zu kommen , die Angst, selbst verletzt oder blamiert zu werden, die Angst vor Verlust. Angst lähmt; und das Gebet, der Notruf an Gott, macht uns frei davon – und gibt uns Kraft zu neuen Schritten.
Wie funktioniert das, warum beruhigt uns Beten? Ist es die Kraft der Meditation, der Selbstkorrektur und Fokussierung, die uns praktisch hilft?
Der Psalmist zeigt: Gott handelt. Gott bleibt nicht bei Trost und Zuspruch stehen, seine Hilfe ist kein psychologischer Trick. Er sättigt und füllt uns »mit Gutem«. Er zerbricht Ketten, beseitigt Barrieren. Er führt uns an neue Orte. Er stillt den Sturm. Er gibt uns sein Wort als heilsame Medizin. Das klingt märchenhaft. Doch was der Psalmist beschreibt, ist das, was er selbst erlebt und von anderen gehört hat. Kennen wir nicht selbst ähnliche Erfahrungen?
Die Schlussverse des Psalms heben es nochmal hervor: Wer auf eigene Notlagen schaut, wird Gottes Wirken erkennen, seine Kraft und Präsenz. Gut, wer dies im Gedächtnis behält.
Das ist kein rosa Happy End wie in einem Seefahrerabenteuerfilm. Der Psalmist ignoriert nicht die Bosheit, die existiert – mitten im guten Ausgang. Sie ist machtvoll, sie verschwindet nicht, wenn Einzelne sich Gott und einem gerechteren Lebensstil zuwenden. Aber Gott wird diese Einzelnen umsorgen, schützen, pflegen und – er wird sie mehren.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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