Luther und der Hammer

Von Mirjiam Petermann

In Gotha ist bei Erschließungsarbeiten am Nachlass des Theologen und Bibliotheksdirektors Ernst Salomon Cyprian eine Federzeichnung entdeckt worden, die einer der ersten Belege für die Visualisierung des Thesenanschlags Martin Luthers mit dem Hammer ist. Die Zeichnung wurde nach einem anlässlich des Reformationsjubiläums 1717 im dänischen Aalborg ausgestellten Schaubildes angefertigt. Das teilte die Universität Erfurt mit, zu der die Gothaer Forschungsbibliothek gehört.
Dass der Reformator am 31. Oktober 1517 mit einem Hammer seine 95. Ablassthesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlägt, ist ein Bild, dass 500 Jahre Reformationsgeschichte überdauerte. In der Forschung ist diese Zuspitzung auf den Hammer jedoch umstritten, da dieses Bild bisher als eine Prägung des 19. Jahrhunderts galt. Jedoch wurde nie untersucht, wann und wo das populäre Motiv »Luther mit dem Hammer« tatsächlich entstand.
Gemeinsam mit anderen Objekten lässt der Fund den Schluss zu, dass der historisch nicht verbürgte Thesenanschlag mit dem Hammer zwar mit deutlichem Abstand zur Reformationszeit, aber schon weit vor dem 19. Jahrhundert erstmals dargestellt wurde.

Autor:

EKM Süd aus Weimar

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.