USA: Ein offener Brief an den Präsidenten Donald Trump

Der promovierte lutherische Pfarrer Jeffrey Myers stammt aus dem US-Bundesstaat Kansas und ist derzeit stellvertretender Beauftragter für die Reformationsdekade in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Er hat sich in dieser Woche mit einem offenen Brief an den US-Präsidenten Donald Trump gewandt:

Dear Mr. President,
zusammen mit zahlreichen anderen Amerikanern im Ausland wie »at home« mache ich mir zunehmend große Sorgen wegen der wachsenden Spannungen zwischen unserem Land und anderen Ländern, insbesondere mit Nordkorea. Deshalb die aufrichtige und freundliche Bitte, die prekäre Situation dort möglichst schnell zu deeskalieren. Die Risiken sind verheerend; und die potenziellen Folgen sind keineswegs absehbar. Bei allem Respekt sollte das besondere Augenmerk zurzeit nicht in erster Linie Guam im Pazifik gelten (hier ist zwar Besonnenheit angesagt), sondern Guam, Missouri – stellvertretend für die zahllosen kleinen communities in unserem Land, die Zuwendung und Förderung, neue Jobs und bessere Gesundheitsfürsorge brauchen.
Beispiel: Laut Statistik lebt im dazugehörigen Stoddard County fast
20 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, rund ein Viertel der
Kinder unter 18 Jahren verarmt. Mehr als
13 Prozent haben keine Krankenversicherung. Und im sogenannten Missouri Bootheel ist die Säuglingssterblichkeitsrate circa viermal höher als etwa in Finnland.
Die Bibel, die Sie mit Recht als »an incredible book« (ein unglaubliches Buch, Anm. d. Red.) beschreiben – »There are so many things you can learn from it« (Es gibt so vieles, was man daraus lernen kann, Anm. d. Red.) –, gibt wertvollen Rat, wie man mit dem Feind am besten umgehen soll: »Wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken« (Römer 12,20).
In einem Land wie Nordkorea, in dem Lebensmittel immer knapp sind, könnte in der Tat eine Schale Reis eine viel effektivere »Gefahrenabwehr« sein als die Drohung mit vernichtender Waffengewalt.
Martin Luther, dessen weltverändernder Thesenanschlag sich in diesem Jahr zum 500. Mal jährt, hat einmal ein Lied verfasst, das mit der eindringlichen Bitte beginnt: »Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unseren Zeiten.« Doch der mutige Reformator war sich im Klaren, dass auch wir Menschen unser Möglichstes tun müssen, damit diese Bitte in Erfüllung geht und Frieden sich ausbreitet. Damals wie heute.
With peace, Jeffrey Myers

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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