Südafrika: Kritik an Billigwein für deutsche Supermärkte

Weinberg in Südafrika

Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat katastrophale Arbeitsbedingungen auf Weintrauben-Plantagen in Südafrika beklagt. Deutsche Supermärkte seien für die Zustände mitverantwortlich, erklärte Oxfam zu einer in Berlin veröffentlichten Studie. Arbeiterinnen auf südafrikanischen Trauben-Plantagen würden ohne Schutzkleidung giftigen Pestiziden ausgesetzt, litten unter Hungerlöhnen und mangelnder gewerkschaftlicher Vertretung.
Oxfam beklagt einen enormen Preisdruck deutscher Supermarktketten auf Lieferanten, die ihre Kosten auf die Arbeiterinnen abwälzten. Auch Regierungen und Unternehmen müssten Verantwortung übernehmen und die Menschenrechte bei ihren Lieferanten in armen Ländern achten. Für die Studie hat Oxfam gemeinsam mit der südafrikanischen Partnerorganisation »Women on Farms Project« 343 Farmarbeite-
rinnen auf Trauben-Plantagen befragt.
In Deutschland teilen sich laut Oxfam Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) über 80 Prozent des Umsatzes im Weinmarkt. Seit dem Jahr 2000 seien die Exportpreise von südafrikanischem Wein nach Deutschland um mehr als 80 Prozent gefallen. Die Produktionskosten im Weinanbau seien dagegen in den vergangenen zehn Jahren um fast 50 Prozent gestiegen.
Die Handelskette Lidl verweist indes auf ihren Verhaltenskodex, der mit allen Vertragspartnern schriftlich fixiert sei. Die südafrikanischen Betriebe, die Lidl beliefern, seien ausnahmslos durch den Verein Siza sowie durch die Ethik-Organisation Wieta zertifiziert, so ein Unternehmenssprecher. (epd)

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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