Kritik: Begriff der Sünde als »moralische Keule« missbraucht

Oberursel (G+H) – Der Würzburger Theologe und Schriftsteller Klaas Huizing hat an die christlichen Kirchen appelliert, ihr Bild vom Menschen zu korrigieren. Es beruhe auf der Vorstellung, dass der Mensch durch und durch Sünder und auf Gnade angewiesen sei. Dagegen wisse man seit der Aufklärung, dass der Mensch autonom und in der Lage sei, ein »gelingendes Leben« zu führen. Der Begriff der Sünde sei »bizarr altmodisch« und sei lange als »moralische Keule« missbraucht worden, betont Huizing in einem Beitrag, den die Zeitschrift Publik-Forum veröffentlicht hat.
Darin kritisiert der evangelische Theologe nicht nur die »moralische Engführung des Sündenbegriffs«, sondern auch seine Ableitung aus der biblischen Schöpfungsgeschichte. Theologischen Fachleuten gelinge es heute »leichthändig«, mit Vorurteilen wie etwa der Rede von der Erbsünde aufzuräumen, so Huizing. Das Wort »Sünde« komme in den ersten Kapiteln der Bibel gar nicht vor, sondern erstmals in der Geschichte von Kain, der seinen Bruder Abel erschlägt.
Dabei gehe es nicht um ein Verhängnis, das Kain von seinem Vater Adam geerbt habe, sondern um die falsche Entscheidung eines autonom handelnden Menschen, der zwischen Gut und Böse zu unterscheiden weiß und dies auch immer wieder von Neuem tun müsse, so Huizing.

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Online-Redaktion aus Weimar

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