Der Takt des Lebens

In der Pflege ist die Feiertagsarbeit unerlässlich.
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Bündnis für den Sonntagsschutz

Die Allianz für den freien Sonntag in Sachsen-Anhalt fordert, den arbeitsfreien Sonntag weiter zu schützen. Der neue Appell wird unterstützt von 30 Landtagsabgeordneten. Albrecht Steinhäuser, der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt, betonte, dass der Sonntagsschutz nach wie vor ein aktuelles Thema sei. Dass sich ein breites politisches Spektrum dafür stark mache, sei ein Signal, ihn auch künftig nicht aufzuweichen. Steinhäuser erläuterte, dass der Sonntag schöpfungstheologisch und sozial begründet sei. »Es geht darum, dass wir Menschen in der Hektik des Alltags zu uns selbst zurückfinden können und es gemeinsam gestaltbare freie Zeit gibt.«
Die Allianz für den freien Sonntag setzt sich aus Gewerkschaften, Vereinen, der katholischen und evangelischen Kirche zusammen. Obwohl der Sonntag im Grundgesetz geschützt sei, sei er für viele Menschen ein Werktag wie jeder andere, hieß es. 27 Prozent der Beschäftigten im Land müssten gelegentlich oder regelmäßig sonntags arbeiten. Im Handel seien Sonntagsöffnungen weit verbreitet und auch viele Unternehmen ließen sich Sonntagsarbeit genehmigen. Dabei geht es der Initiative nicht um notwendige Sonntagsarbeit wie im Bereich der Notdienste, Pflege, Religion, Kultur, Verkehrsbetriebe oder Polizei. Dass viele sonntags unfreiwillig in Industrie oder Handel arbeiten müssten, sei jedoch nicht zu tolerieren, so die landesweite Initiative.
Das Bündnis fordert ausdrücklich den Schutz der Sonn- und Feiertage. Durch gesetzliche sowie tarifvertragliche Regelungen seien familienfreundliche Arbeitszeiten zu gewährleisten. In Branchen wie der Polizei, in denen auch am Sonntag gearbeitet werden muss, sollte ein Rechtsanspruch auf zwei freie Sonntage im Monat durchgesetzt werden, lautet eine Forderung. Zudem sollten die Ladenöffnungszeiten wieder bundeseinheitlich geregelt werden.
Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sprach sich für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags als geschützten Raum aus. Digitalisierung, der freie Markt und neue Arbeitsformen würden mittlerweile viel zu oft den Takt des Lebens vorgeben. Der Sonntag als Tag der Ruhe und der Familie sollte auch künftig geachtet und nicht weiter aufgebrochen werden. Die Ministerin versteht den Appell auch als »Anregung für die Tarifpartner«, in den Tarifverträgen auf entsprechende Regelungen zu achten. In einigen Branchen wie der Altenpflege sei die Situation besonders schwierig.
Torsten Furgol von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verwies darauf, dass die Ladensöffnungszeiten im Handel in den vergangenen Jahren immer weiter liberalisiert worden seien. Es sei wichtig, gemeinsam den freien Sonntag zu schützen.

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