ARD Doku zu Staatsleistungen
Stiftung will Fördermittel zurück

Noch vor Ausstrahlung der ARD-Dokumentation "Ewige Schulden: Ostdeutschlands Kirchen und die Staatsleistungen" hat die Bundesstiftung Aufarbeitung Fördergelder für das Projekt zurückgefordert. Der Film, der am Montagabend um 23.55 Uhr im Ersten ausgestrahlt werden sollte, habe mit der ursprünglichen Intention im Förderantrag nichts mehr zu tun, begründete Vorstandsmitglied Christine Lieberknecht (CDU) im Gespräch mit der in Weimar erscheinenden mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube + Heimat" (Ausgabe zum 24. Februar) das Vorgehen der Stiftung. Insgesamt sei die Produktion mit 26.000 Euro unterstützt worden, so Lieberknecht.
Dieses Geld werde jetzt zurückgefordert, da der Film von MDR und NDR in der ausgestrahlten Fassung nicht gefördert worden wäre. Die Änderungen seien mit der Stiftung nicht abgesprochen gewesen, beklagte die frühere Thüringer Ministerpräsidentin.
Die ursprünglichen Planungen unter dem Arbeitstitel "Woran glaubt der Osten" hätten eine Dokumentation vorgesehen, in der aus der "gegenwärtigen Perspektive die Situation des Glaubens beziehungsweise des Fehlens des Glaubens in den neuen Bundesländern" erzählt werden sollte. So habe in der Kurzbeschreibung gestanden: "Über den Rückgriff auf Zäsuren der DDR-Kirchengeschichte soll deutlich gemacht werden, wie weitreichend die gesellschaftlichen Folgen der repressiven DDR-Religionspolitik bis heute sind und wie die Strukturen der SED-Diktatur die Menschen in den neuen Ländern in Glaubensfragen immer noch prägen", zitierte die Kirchenzeitung.
Kritik am Film war bereits nach Voraufführung im Erfurter Augustinerkloster Anfang Februar laut geworden. Der frühere Leiter des Katholischen Büros in Erfurt, Ordinariatsrat Winfried Weinrich, fühlte sich gar getäuscht. Aus der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hieß es, die aktuelle Finanzsituation und der gesellschaftliche Beitrag der Kirchen würden im Film nicht vorkommen. Die Autoren hätten sich Positionen der Humanistischen Union zu eigen gemacht, so der Vorwurf. Dazu wurde eine einseitige Auswahl der Gesprächspartner bemängelt. Beispielsweise sei der Finanzdezernent der EKM, Oberkirchenrat Stefan Große, gar nicht zu Wort gekommen. (epd)

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