Mutiger Einsatz für die Kirche in der DDR - Nachruf auf die niederländische Theologin Hebe Charlotte Kohlbrugge

Hebe Kohlbrugge

Die niederländische Widerstandskämpferin und evangelische Theologin Hebe Kohlbrugge ist am 13. Dezember im Alter von 102 Jahren in Utrecht gestorben. Sie war eine der letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Ravensbrück. Ihre Verdienste für die evangelische Kirche in der DDR waren groß, sagt Christoph Kähler, früherer Landesbischof der Evangelischen Kirche in Thüringen und Leipziger Theologieprofessor.
So schmuggelte Hebe Kohlbrugge theologische Basisliteratur, die in der DDR nicht erhältlich war, ins Land, um Gemeinden in ihrer Arbeit zu unterstützen. »Bei mir war eine Art Schaltzentrale dieses Schmuggels«, erinnert sich Kähler. »Hier kamen die Bücherstapel an, wir haben sie dann an Dutzende Pfarrer heimlich verteilt.« Die Niederländerin habe es als ihre Aufgabe angesehen, die Kirchen in den Diktaturen Osteuropas zu unterstützen.
Ab 1963 sorgte Kohlbrugge zudem dafür, dass niederländische Theologiestudenten in Osteuropa studieren konnten und umgekehrt junge Menschen aus der DDR und anderen Ländern zum Studium nach Holland kamen.
Hebe Charlotte Kohlbrugge wurde am 8. April 1914 in Utrecht geboren. 1936 ging sie ins Deutsche Reich, um sich vor Ort eine Meinung über den Nationalsozialismus zu bilden. In Berlin lernte Kohlbrugge die Bekennende Kirche kennen, arbeitete für sie und entging 1939 nur knapp einer Einweisung in das Konzentrationslager Ravensbrück.
Ihr Theologie-Studium in der Schweiz konnte die damals 25-Jährige wegen des Kriegsausbruchs nicht fortsetzen. Zurück in den Niederlanden, engagierte sich Kohlbrugge in der Widerstandsbewegung. 1944 wurde sie von den Nazis festgenommen und ins KZ Ravensbrück deportiert. Noch bis kurz vor ihrem Tod sprach Hebe Kohlbrugge vor Schulklassen über ihre Zeit im Konzentrationslager und den dortigen Überlebenskampf.
(GKZ)

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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