Für uns selbstverständlich, für andere schwer zugänglich

Gott spricht: »Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.« Was hat die Jahreslosung 2017 mit unserem Wasserverbrauch zu tun?

Von Mirjam Petermann

Peter Brabeck-Letmathe, ehemaliger Chef des Konzerns Nestlé, sagte vor einigen Jahren, Wasser sei ein Lebensmittel, dem es einen Marktwert zu geben gilt, sodass damit Profit gemacht werden könne.
2016 erreichte Nestlé mit dem Verkauf von Wasserprodukten einen Umsatz von rund sieben Milliarden Euro. Und obwohl uns für zwei Cent pro Liter Trinkwasser aus dem Hahn zur Verfügung steht, geben wir Summen zwischen 19 Cent beim Discounter oder 2,50 Euro für Luxus-Wasservarianten aus. Anderswo in der Welt, ist dagegen nur schwerlich der Zugang zu verträglichem Wasser möglich.
Seit 2010 ist das Recht auf sauberes Wasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht von der Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt. Doch die Umsetzung dessen ist noch nicht allzu weit vorangeschritten. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leben nach wie vor 2,4 Milliarden Menschen ohne hygienische sanitäre Einrichtungen. 663 Millionen Menschen haben immer noch keinen Zugang zu einer verbesserten Trinkwasserversorgung.
Bei uns in Deutschland verbraucht jeder Einzelne etwa 120 Liter Wasser pro Tag im Haushalt: für die Toilettenspülung, beim Kochen, Putzen, Waschen und Duschen. Doch insgesamt verbrauchen wir 33 Mal so viel Wasser, nämlich rund 4 000 Liter. Diese Zahl beinhaltet den Wasserverbrauch für die Herstellung der Nahrungsmittel und Güter, die jeder von uns im Schnitt konsumiert. Diese Menge wird virtuelles Wasser genannt, weil es nicht unmittelbar zu sehen ist.
Verbraucht wird es dennoch, oft in den ohnehin wasserarmen Regionen der Erde. Dieses Wasser fehlt für die Versorgung der Menschen in wasserarmen Herstellungsländern. Ein Fünftel der Erdbevölkerung lebt in Regionen, in denen mehr Wasser verbraucht wird als wieder in den Kreislauf zurückfließt. Dadurch sinkt vielerorts der Grundwasserspiegel, was zum Versiegen der Trinkwasser-Brunnen führt. Das passiert auch, wenn Konzerne wie Nestlé weltweit Wasserrechte gekauft haben und Grundwasser in Dritte-Welt-Ländern abpumpen, um es lokal in Plastikflaschen und zu horrenden Preisen zu verkaufen.
Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir Deutschen Meister im Wassersparen – doch nur im Haushalt. Wir vergessen dabei das Wasser, das wir durch unseren Konsum verbrauchen. Ein nachhaltiger Lebensstil senkt den Verbrauch des virtuellen Wassers erheblich. Wer beispielsweise auf saisonale und regionale Produkte setzt, verbraucht meist weniger Wasser als beim Kauf importierter Waren. Doch eine große Rolle spielt auch politisches Engagement. Klare Vorschriften müssen den Agrarsektor und die Industrie dazu bringen, viel verantwortungsbewusster und nachhaltiger mit der Ressource Wasser umzugehen als bisher. Frisches Wasser, das
nicht krankmacht, sondern versorgt, muss für jedes Geschöpf Gottes zugänglich sein. Es ist unsere Aufgabe unser Möglichstes zu tun, dass sauberes Wasser für alle zugänglich ist und bleibt.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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