Es luthert in Bonn

Herbsttagungen: Die Kirchenbünde treffen sich am Rhein

Von Benjamin Lassiwe

Jedes Jahr im November ist es so weit: Die Synode, das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), kommt vom 12. bis 15. November zu ihren Beratungen zusammen. Seit einigen Jahren geschieht das gemeinsam mit der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) – die drei Gremien tagen in zeitlicher Nähe, die Themen, die sie zu verhandeln haben, sind jeweils unterschiedlich.
In diesem Jahr ist der Tagungsort Bonn, die Bundesstadt am Rhein. Auf den Tagungen der konfessionellen Bünde wird es noch einmal kräftig »luthern« – so wird sich die General-
synode der VELKD, der die Vertreter der lutherischen Landeskirchen angehören, mit dem Thema »Zukunft aus gutem Grund – Wahrnehmung, Vergewisserung und Perspektiven« beschäftigen. Dahinter verbergen sich Grundsatzreferate zu den lutherischen Kirchen im 21. Jahrhundert, die etwa vom Hallenser Kirchenjuristen Michael Germann und vom Leipziger Liturgiewissenschaftler Alexander Deeg gehalten werden sollen.
Auch eine Verfassungsänderung und ein neuer Kooperationsvertrag mit der EKD stehen auf dem Programm der Lutheraner.
Auf der traditionell kürzer tagenden Vollkonferenz der UEK, die die Delegierten aus reformierten und unierten Landeskirchen vereint, soll dagegen ein gemeinsames Wort der UEK mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) verabschiedet werden: 200 Jahre nach der altpreußischen Union, die nicht nur Lutheraner und Reformierte vereinte, sondern auch zur Abspaltung, Emigration und Verfolgung der heute zur SELK gehörenden Altlutheraner führte, will man Schatten der Vergangenheit endlich überwinden.
Bei der EKD-Synode steht die Auswertung des Reformationsjubiläums im Zentrum der Beratungen. Impulsreferate soll es von dem Münsteraner Religionssoziologen Detlef Pollack, der Bonner Journalistin Christiane Florin und dem Historiker Lucian Hölscher geben. Bei dem Treffen soll es auch um die Kosten gehen, die das Jubiläumsjahr verursachte – etwa in Gestalt der schlecht besuchten Wittenberger Weltausstellung und der mitteldeutschen Kirchentage auf dem Weg.
Weil zeitgleich in Bonn die Weltklimakonferenz tagt, werden die Synodalen zudem einen Bericht über den Klimaschutz in der EKD und ein Grußwort des Generalsekretärs der Tuvalu Christian Church, Tafue Molu Lusama, hören, der als Teilnehmer der UN-Tagung in Bonn ist.
Daneben stehen zahlreiche Pflichtpunkte auf der Agenda der Synodalen: So wird der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm auch in diesem Jahr wieder Bericht ablegen, und auch 2017 werden sich die Kirchenparlamentarier ihrer vornehmsten Pflicht zu widmen haben: Der Aufstellung des Haushalts der EKD, ohne den die Arbeit der EKD und ihrer Einrichtungen und Werke nicht möglich wäre.

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Online-Redaktion aus Weimar

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