Debatte um Islamfeiertag zur falschen Zeit

Heinrich Bedford-Strohm in seinem Münchner Büro
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Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Muslime zum selbstkritischen Umgang mit den eigenen Traditionen aufgerufen. »Ich erwarte von jeder Religion, dass sie ihre eigenen Traditionen kritisch prüft, ob sie zum Hass aufrufen oder ob sie Kräfte des Friedens sind«, sagte Bedford-Strohm den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das sei auch für die christlichen Religionen immer eine Aufgabe gewesen.
»Ein Islam, der sich im Einklang mit den Menschenrechten weiß, gehört zu Deutschland, aber ein fundamentalistischer nicht«, betonte der oberste Repräsentant von 21,9 Millionen Protestanten in Deutschland. In Gesprächen mit den islamischen Verbänden sage er immer, dass er sich die Muslime noch viel mehr als demokratisch-zivilgesellschaftliche Kraft wünsche.
In der Diskussion über eine mögliche Ausweitung der Feiertagsregelungen für Muslime bekräftigte Bedford-Strohm seine ablehnende Haltung. »Ich glaube, das ist eine Debatte zur falschen Zeit. Bereits heute gibt es regionale Möglichkeiten für Muslime, ihre Feiertagskultur zu leben.« Gegenwärtig sei die Debatte von viel Misstrauen und Emotionen geprägt. »Dabei spielt auch eine Rolle, dass Islamisten unter Berufung auf den Islam Gewalttaten begehen und Angst verbreiten«, sagte der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten. Jetzt sei es dringender denn je, »dass die Religionen als Kräfte des Friedens sichtbar werden«. »Und da hat der Islam im Moment die meisten Hausaufgaben«, so der bayerische Landesbischof. Über Stimmen aus der Politik, den 31. Oktober dauerhaft als Feiertag zu etablieren, ist Bedford-Strohm nach eigenen Worten »natürlich nicht unglücklich«.
Zunächst einmal sei er aber froh darüber, dass der Reformationstag in diesem Jahr bundesweit ein Feiertag war. Derzeit ist der 31. Oktober nur in den östlichen Flächenländern alljährlich arbeitsfrei.
(epd)

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Online-Redaktion aus Weimar

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