Ökumenische Akademie
KI und Beziehung, Krieg und Psyche, Migration und Wendekinder

Eine Veranstaltungsreihe der Ökumenischen Akademie Ostthüringen widmet sich der KI  | Foto: Ökumenische Akademie Ostthüringen, KI-generiert
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Um KI und Beziehung geht es bei einem Salon zum Thema „Ich habe mich in Siri verliebt!“ am morgigen Donnerstag (22. Januar, 19 Uhr) im Paulus Gustavus Haus in Altenburg. Damit startet die Reihe „KI und …“ der Ökumenischen Akademie Ostthüringen. Das ist der neue Titel der ehemaligen Akademie Gera/Altenburg, die ihren Wirkungskreis erweitert hat, indem der Kirchenkreis Greiz dazu gekommen ist.
Unter dem Jahresthema „Vom Leben in Provisorien“ gibt es 2026 zahlreiche weitere Veranstaltungen sowie Ausstellungen. Infos und Anmeldung: www.oekumenische-akademie-ostthueringen.de.

„Künstliche Intelligenz ist nicht mehr abzuwenden, vielleicht auch nicht mehr zu regulieren. Umso wichtiger ist es, sich klarzumachen, welche Veränderungen die Techniken in unsere Kultur hineinbringen. Mehr denn je geht es darum, die Logik der Maschinen nicht zur Logik unseres Lebens zu machen. Wir laden ein zu vier Salons, in denen der Altenburger Medienpädagoge Jonas Fritzsche Bilder, Filmausschnitte und Netzfunde präsentiert, in denen Personen zu Wort kommen, die Spezialisten in ihrem Gebiet sind,
und das Publikum mitredet“, kündigt Akademie-Leiter Dr. Frank Hiddemann die neue Salon-Reihe an. Am 26. Februar geht es unter dem Motto „ChatGPT, hilf mir meinen Tag zu strukturieren!“ um KI und Lebensführung, am 24. März um KI und Politik und am 28. April unter dem Motto „Sie können morgen ausschlafen.“ um KI und die Zukunft der Arbeit.

„Vom Leben in Provisorien“ lautet das Jahresmotto der Akademie. „Das Leben in Provisorien ist eine christliche Tugend, denn wir haben hier keine bleibende Stadt (Hebr 13, 14). Akademiearbeit
hat ein Faible für Veränderungen: Transformationen interessieren mehr als Manifestationen, Diskussionen mehr als Proklamationen, das Dazwischen mehr als die politischen Lager“, kommentiert Akademie-Leiter Dr. Frank Hiddemann. Als andauerndes Provisorium sieht er die Ökumenische Akademie selbst. „Wir haben keine ordentliche Rechtsform, sondern sind ein Projekt verschiedener Träger. Drei Kirchenkreise, die Thüringer Diakonie, eine katholische Pfarrei und die Evangelische Erwachsenenbildung haben sich zusammengetan, um auf Zeit und in wechselnden Räumen Veranstaltungen zu organisieren. Dieses Netzwerk aus Haupt- und Ehrenamtlichen sowie Honorarkräften funktioniert erstaunlich gut“, so sein Fazit.

Fotografien aus dem Sheikhan Camp im Irak von Alexander Fichtner sind ab 3. Februar in der Ausstellung „Provisorien auf Dauer gestellt“ im „Fliesenschön“ in Gera zu sehen. Jesidische Flüchtlinge haben sich in den Notunterkünften – so gut es ging – häuslich eingerichtet. Die Ausstellung zeigt auf Lkw-Folien applizierte Aufnahmen dieser Innenräume. Die Begleitveranstaltungen präsentieren im Februar und März Kunst aus dem Nahen Osten und ermöglichen das Gespräch mit einem der Verantwortlichen für das Camp.

Eine weitere Ausstellung zeigt Arbeiten des Fotografen Gino Dambrowski zum Thema „Warum sind Migranten gerne in Deutschland?“. Sie ist erst in der Ausstellungskirche Lohma zu sehen und reist dann zu Veranstaltungsorten und Orten der Migration.

Das Motto „Was brauchen Zukunftsorte?“ haben vier Symposien zur nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum in der Kultur- und Bildungswerkstatt Nöbdenitz. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Gespräch zu den Themen Boden, Mobilität, Tiere und Kirche zwischen überregionalen Experten, die die europäische Entwicklung im Blick haben, und Experten vor Ort. Die Symposien sollen sich an lokalen Problemen orientieren und von dort aus übergreifende Problematiken in den Blick nehmen.

„Mitrei(s)sen – 7 Abende zur Migration“ lautet das Motto von sieben Abenden an sieben Veranstaltungsorten rund um den Park der Jugend in Gera. Es diskutieren jeweils lokale und überregionale Kenner und Kennerinnen des Themas, in Stehtischinterviews werden zusätzlich Akteure einbezogen. „Migration ist eines der heißesten Themen der Welt. Allerdings werden die Debatten in der Regel nicht offen geführt. Die verschiedenen Lager bleiben unter sich und sprechen gern über abwesende Gegner. Das wollen wir ändern. Wir diskutieren Chancen und Risiken der Migration für einzelne Wirtschaftsbranchen, für soziale Aufgaben und Politikbereiche“, so Hiddemann. Das gesamte politische Spektrum werde repräsentiert, auch skeptische Meinungen seien willkommen.

Die Reihe „Krieg und Psyche“ findet in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg statt. Hier geht es im September und Oktober unter anderem um psychische Folgeerkrankungen von Kriegen, die elektrotherapeutische Behandlung der „Kriegsneurotiker“ und „Zitterer“ im Ersten Weltkrieg, Geflüchtete sowie Posttraumatische Belastungsstörungen
bei Kriegsheimkehrern.

Zu den Nöbdenitzer Fastengespräche sind in der Passionszeit unter anderem der Nahostbeauftragte Pfarrer Christian Kurzke, Bischöfin i.R. Ilse Junkermann und der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt zu Gast.

Drei Abende über das Inszenieren, Konservieren und Transformieren von Kirchenräumen zum Thema „Wie verändert sich Kirche?“ sind im März in Zeulenroda-Triebes sowie April und Mai in Greiz geplant.

Unter dem Motto „Steh auf! Hoffnung auf Heilung“ bieten die Autorin Jana Huster und der Pfarrer Dr. Frank Hiddemann sowie verschiedene Musikanten wieder musikalische Bibelarbeiten in der Nöbdenitzer Kirche an. Start der Reihe ist am 7. Juni.

Wendekinder stehen im Mittelpunkt einer Reihe, die am 25. August beginnt. Die Soziologin Lara Bister bringt ein, dass die „Kinder der Revolution“ eine deutlich schlechtere Stoffwechselgesundheit und häufigere psychische Gesundheitseinschränkungen aufweisen als ihre westdeutsche Vergleichsgruppe. „Zonenkinder“ lautet der Titel einer Veranstaltung mit Jana Hensel und einem Greizer Kunstschaffenden am 15. September und „Die Unterschätzten“ mit Cerstin Gammelin und einer Greizer Politikerin am 10. November.

Ein Symposium zu Elly-Viola Nahmachers Grabmal-Skulptur „Feuerapokalypse“ für Oskar Brüsewitz gibt es am 2. Oktober in der Schlosskirche Greiz. Nach der Selbstverbrennung am 18. August 1976 hatte die Greizer Bildhauerin die Skulptur geschaffen. Sie wurde von der Staatssicherheit konfisziert und kehrt nun in ihren Entstehungsort Greiz zurück.

Die Fremdenführungen mit Jana Huster und ihrem Dolmetscher und Migrationsscout Osama Abo Shahen führen erneut durch die orientalische Infrastruktur von Gera: Am 27. Juni durch das „Internationale Viertel“, am 19. September durch die „Innenstadt“.

In der Akademie am Vormittag im Mehrzwecksaal des Joliot-Curie-Hauses kommen einmal im Monat Menschen mit ihren Themen zu Wort, wobei auf Impulse das gemeinsame Gespräch folgt. Themen sind beispielsweise Utopien im Angesicht von Zeitenwende und Klimakatastrophe, die nächste Pandemie, das goldene Alter und das Recht auf Heimat.

Träger der Ökumenischen Akademie sind die Diako Thüringen gGmbH, die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen, die Kirchenkreise Altenburger Land, Gera und Greiz sowie das Dekanat Gera der Katholischen Kirche.

Weitere Informationen im Internet: www.oekumenische-akademie-ostthueringen.de

Autor:

susanne sobko

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