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Sommerweihnacht
Gedenktag für Johannes den Täufer wird gefeiert

Johannisfeuer an der Basilika Münchenlohra. | Foto: Regina Englert
  • Johannisfeuer an der Basilika Münchenlohra.
  • Foto: Regina Englert
  • hochgeladen von susanne sobko

Die Zeit rund um den Johannistag (24. Juni, Gedenktag der Geburt Johannes des Täufers) und die Sommersonnenwende nehmen Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zum Anlass für Gottesdienste, Andachten und Feste in Kirchen, Gärten und auf Friedhöfen. Es werden Johannisfeuer entzündet und Konzerte veranstaltet; Kinder-Angebote und Theateraufführungen sowie die Einladung zum gemeinsamen Singen, Tanzen und Trommeln gehören zum Programm. Der Brauch, in der hellsten Nacht des Jahres ein Feuer anzuzünden, erinnert sechs Monate vor der Geburt Jesu an das Licht, das mit ihm auf die Erde kam. Johannis wird deshalb auch mancherorts „Sommerweihnacht“ genannt. Zur „Fete de la musique“ am 21. Juni werden auch Konzerte von Kirchengemeinden organisiert.

Ausgewählte Termine in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg:

Die Gemeinde in Morl (Kirchenkreis Halle-Saalkreis) feiert das Johannisfest (20. Juni, 15.30 Uhr) mit einem Konzert des Heimatchors Mösthinsdorf in der St.-Georg-Kirche – am Abend gibt es ein Johannesfeuer.

Einen Gottesdienst (21. Juni, 10.30 Uhr) am Saale-Ufer mit anschließendem Picknick gibt es in Halle unterhalb der Emil-Eichhorn-Straße.
Unter dem Titel „Himmelsluken. Das kleine Festival am Dom“ lädt die Domgemeinde in Halle ein zu einem Programm (24. Juni, 20 Uhr) mit Tanz im Dom, Gesang im Garten, Performances aus dem Feininger-Gymnasium, Bläser und Jazz, Lesung und Himmelsbeobachtungen und einer Erkundung der am und im Dom lebenden Tiere.

Ein Konzert zum Johannistag (24. Juni, 17 Uhr) ist in der Kirche in Reibitz (Kirchenkreis Torgau-Delitzsch) zu hören.

In der Schlosskirche in Torgau gibt es „Das besondere Konzert“ (24. Juni, 19.30 Uhr) mit dem Leipziger Cembalo-Duo.

Zum Jahrestag der Einführung der Reformation in Magdeburg gibt es in der Johanniskirche (26. Juni, 19 Uhr) eine Lesung mit dem Münchner Autor und Journalisten Tobias Haberl aus seinem Buch „Unter Heiden“. Er beschreibt darin, warum er Christ bleibt: „Glaube ist mehr als Schlagwörter (Zölibat, Missbrauch, unzeitgemäß), auch mehr als eine Auszeit vom stressigen Alltag. Heute wird ständig gefordert, dass sich die Kirche verändern muss, um im 21. Jahrhundert anzukommen. Ich würde die Frage lieber umdrehen: Was kann das 21. Jahrhundert eigentlich von gläubigen Menschen lernen? Wie kann der Glaube das eigene Leben nicht nur verschönern, sondern vertiefen? Und wie lässt sich ein „zeitgemäßes Leben“ mit einem vermeintlich „unzeitgemäßen Glauben“ so verbinden, dass etwas Wahres und Gutes daraus entsteht?“
Für die musikalische Umrahmung sorgt Kantor Jihoon Song.

Unter dem Motto „Johannis im Kloster“ lädt das Evangelische Zentrum Kloster Drübeck im Harz zu einem Fest (27. Juni, 14 Uhr) auf das Klostergelände ein. Es gibt Führungen von der Krypta bis zum Turm, ein Mittelalterlager für Kinder und Musik von „Crossbeet“ und dem Gospelchor „Hearts Wide Open“.

Am Johannistag 1496 wurde die Kirche in Laucha (Kirchenkreis Saale-Unstrut) geweiht. Die Gemeinde feiert deshalb eine musikalische Kirchweihandacht (28. Juni, 16 Uhr) mit Robert Müller an der 2025 restaurierten romantischen Eifert-Orgel.

Ein Johannis- und Chorfest (28. Juni, 14 Uhr) feiern die Gemeinden Plessa, Kahla und Döllingen im Kirchenkreis Bad Liebenwerda in der Kirche in Plessa.

Ausgewählte Veranstaltungen in Thüringen:

Ein Johannesfest wird am 18. Juni von 15 bis 18 Uhr auf dem Gelände der Johanneskirche in Eisenach gefeiert. Um 16 Uhr beginnt die Andacht mit dem Kinderchor der Kirchengemeinde. Im Kirchgarten gibt es Spiele, Kreativangebote, Essen und Trinken.

Der Sprengel Jena-Nord lädt am 20. Juni ab 18 Uhr zum Jugendabend „Feuer & Flamme“ mit Picknick-Gottesdienst, Feuerschale und Grillen am Gemeindehaus Simon Petrus ein.

Die Thomasgemeinde Erfurt feiert am 20. Juni ein Sommerfest auf der Thomaswiese mit Musik, Theater, Begegnung und Unterhaltung für Jung und Alt. Den festlichen Auftakt bildet 14 Uhr der musikalische Gottesdienst „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Kantorei und Kinderchor der Gemeinde sowie Kinderkantorei des Kirchenkreises musizieren Werke von John Rutter. Es folgen Puppenspiel, Bläserklänge, Worship, Musik und Tanz.

Die Fête de la musique in Apolda wird am 21. Juni um 14 Uhr in der Lutherkirche eröffnet. Das Jugendorchester der Musikschulen spielt, danach geht es vor der Kirche ab 15 Uhr weiter mit der Happy Dance Company, Apolda Strings, Tango Argentino und dem Gospelchor.

Rund um die Sommersonnenwende gibt in der Kirche „Zum Frieden Gottes“ in Ellichleben ein „barockes Wunder“: Die untergehende Sonne spiegelt sich in einer goldenen Holz-Sonne über dem Altar. Das traditionelle „Sonnenkonzert“ findet am 19. Juni um 20 Uhr statt.

In Erfurt wird am 24. Juni um 18 Uhr in der Cyriakkapelle zur Andacht zum Johannisfest und 19 Uhr zum Mittsommertanz mit Louis Lasserre und Johannisfeuer eingeladen.
In der Augustinerkirche beginnt 19 Uhr eine Andacht zum Johannestag. 19.30 Uhr folgt unter dem Motto „Sonnengesang und Sternenleuchten“ ein „Konzert für Vocalchor und klingende Weingläser“ mit Werken von Johann Sebastian Bach, Enjott Schneider und Ēriks Ešenvalds. Es musiziert der Augustiner-Vocalkreis unter Leitung von LKMD Ingrid Kasper. 20.30 Uhr gibt es Flamenco und 21.30 Uhr eine Serenade mit dem Männergesangsquartett QuadroTon.

Am Johannistag wird um 18.30 Uhr in Utenbach auf dem Friedhof zum Gottesdienst mit anschließendem Johannesfeuer eingeladen.

Zum Johannistag gibt es in der Basilika Münchenlohra 17.15 Uhr das Puppenspiel „Hase und Igel“ mit dem Erfreulichen Theater Erfurt, 18.30 Uhr folgt eine Andacht mit Taufgedenken, 19 Uhr wird das Johannis-Feuer mit Musik vom Posaunenchor entzündet.

Eine Abendmotette mit Chormusik am Johannistag mit dem Mädelchor Saalfeld steht am 24. Juni um 19.30 Uhr in der Johanneskirche Saalfeld auf dem Programm.

In Erfurt wird am 24. Juni im Martini-Kirchgarten das Johannesfest zum Thema „Wenn möglich, bitte wenden“ gefeiert. Beginn ist 18 Uhr mit einer Andacht mit Posaunenchor und anschließend wird zu Mitbringbuffet, Live-Musik und Johannesfeuer eingeladen.

In Weimar beginnt am 24. Juni um 18 Uhr eine Johannisandacht als Sommerweihnacht mit Posaunenchor und Chormusik. Anschließend wird zum Beisammensein mit
Musik und Unterhaltung eingeladen, unter anderem mit dem 10-Uhr-Chor und Johannisfeuer.

Der Kirchenkreis Mühlhausen lädt am 24. Juni zur Gemeindefahrt zur Landesgartenschau. 17 Uhr wird die Ausstellung in der Kirche Divi Blasii „Christliche Märtyrer“ mit dem christlich-jüdischen-Arbeitskreis eröffnet. 18.30 Uhr folgen eine Andacht und das gemeinsame Abendessen mit Feuerschale im Garten vom Haus der Kirche.

Auf dem Schwichenberg bei Auleben/Hamma startet am 24. Juni um 19 Uhr das Johannissingen mit Chören der Region sowie Jagdhornbläsern und Posaunenchören.

Am 24. Juni um 17 Uhr beginnt in der Marienkirche Ingersleben eine Andacht, danach brennt das Johannisfeuer mit Irish and Celtic Folk mit „2Bfolkish!“ im Pfarrhof.

Die Ökumenische Feier des Johannisfestes in Bad Salzungen beginnt am 26. Juni um 16 Uhr mit einer Andacht im Pfarrgarten, es folgt die Begegnung am Johannisfeuer.

Am 27. Juni gibt es im Pfarrgarten Gotha-Sundhausen ein Johannisfest mit Gottesdienst sowie Trommeln und Gesprächen am Johannisfeuer (18 Uhr).

In Erfurt-Büßleben ist 17 Uhr ein Johannis-Familiengottesdienst in der Kirche und danach ein Johannisfeuer im Pfarrgarten mit Livemusik von „Rockmoon“ geplant.

Hintergrund:
Der Johannistag am 24. Juni erinnert an die Geburt Johannes des Täufers. Er war den Überlieferungen zufolge sechs Monate älter als Jesus Christus, deshalb wurde sein Geburtstag auf den 24. Juni gelegt, rund um die Sommersonnenwende. Danach werden die Tage wieder kürzer, es geht auf Weihnachten mit der Erinnerung an die Geburt von Jesus zu. Johannes der Täufer war ein Wegbereiter Jesu. Er sagte über ihn: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Der Johannistag erinnert daran: Wenn es dunkler wird, kommt ein ganz neues Licht. In vielen Gegenden werden rund um den Johannistag Feuer entzündet. Der Johannistag bedeutet auch das Ende der sogenannten Schafskälte, des häufigen Kälteeinbruchs im Juni. Damit leitet der Johannistag die Erntesaison ein. Rund um den Johannistag blüht meist das Johanniskraut und die Johannisbeeren werden reif.

Autor:

susanne sobko

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