"Zeichen" in der Bibel
Reinen Wein einschenken
- hochgeladen von Matthias Schollmeyer
Hin und wieder geschehen sie doch. Sogenannte "Zeichen", über die wir uns dann wundern. Man staunt - und manche Leute fangen an, diese Zeichen zu deuten - und finden vermittels dieser Deutungen einen Weg, den sie sonst nicht gefunden hätten. Auch jene drei in den Sternen forschenden Magier aus dem Morgenland, welche von fern her zur Krippe zogen, deuteten die Gestirnszeichen, die über dem Stall von Bethlehem am Himmel zu sehen waren.
Als erstem jener irdischen Zeichen nun, welche mit dem Wirken von Jesus sich ereignen, begegnen wir der Verwandlung von klarem Wasser in reinen Wein. Mit einem solchen Text für den kommenden Sonntag erfreut uns der Evangelist Johannes! Eine Hochzeit sollte stattfinden in Kana, aber dann war plötzlich der Wein alle. In ihrer sensiblen Art spürt Maria - die Mutter von Jesus - dass etwas nicht stimmt. Sie bittet ihren Sohn um Hilfe. Der lässt einige Diener frisches Wasser holen und in sechs uralte Gefäße schöpfen. Daraufhin vollzieht sich in der Tiefe dieser Gefäße offenbar das, was wir mit dem Begriff „Metamorphose” beschreiben könnten: Umgestaltung. Wasser wird Wein. In ganz traditionellen Krügen aus Stein geschieht das Außergewöhnliche. Wir lesen dann weiter, wie ein Mundschenk das Getränk verkostet und den Bräutigam lobt. Das Fest gelingt, keiner weiß warum und keiner fragt danach. Einfach so. Unmittelbar nach dieser Geschichte sehen wir Jesus im heiligen Tempel, wie er mit einer Geißel (Marke Eigenbau) allerlei Krämer- und Händler vertreibt, welche seit Längeren verstanden hatten, sich im Heiligtum unrechtmäßig breit zu machen. Was würde geschehen, wenn auch wir die uralten Gefäße unserer geistigen Tradition wieder mit frischem Wasser füllen würden …
Wenn Sie das jetzt gerade lesen und es käme (rein zufällig) einer herein und reichte Ihnen einen Becher Wasser - wäre das nicht wie ein Zeichen vom Himmel? Bis dieser Jemand aber kommt, können Sie selber zum Wasserhahn gehen, ein sauberes Glas hernehmen, voll Wasser füllen - und sich selbst schenken. Welch sonderbarer Augenblick. Was für ein Zeichen! Schauen Sie das Wasser an - alles Leben ist aus und mit dem Wasser gekommen. Der Geist Gottes brütete vor der Schöpfung des Lichts über der Oberfläche des Urmeeres, so berichtet die Bibel in den ersten Sätzen. Trinken Sie davon! Wein hatten wir schon genug. Die wahre Kunst wird darin bestehen, uns unser Leben aus den Plastikflaschen und von den sogenannten Gesundheits-Apps zurück zu holen und in die kristallene Urformen zu schöpfen. Vielleicht wird es auch irgendwann darum gehen, Wein in Wasser zu verwandeln. Die Welt taumelt schon lange genug trunken Richtung Abgrund …
Autor:Matthias Schollmeyer |
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