Bad Berka und Walldorf
Kirchen-Projekte ausgezeichnet

Architekt Marc Rößling (l.) und Pfarrer Ulrich Matthias Spengler bei der Preisverleihung.
  • Architekt Marc Rößling (l.) und Pfarrer Ulrich Matthias Spengler bei der Preisverleihung.
  • Foto: Ulrich Matthias Spengler
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Zwei Projekte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wurden mit einer Medaille des Thüringer Staatspreises für Baukultur geehrt: Die Initiative ,500 Kirchen - 500 Ideen“ der Landeskirche in der Kategorie Initiativen/Institutionen/Personen sowie der Erweiterungsbau „Geschwister-Bonhoeffer-Haus. Begegnungszentrum“ der Evangelisch-Lutherischen Kirchenge-meinde Bad Berka in der Kategorie Architektur. Die Innenausstattung für den Neubau der Kirchenburg Walldorf wurde mit einer Urkunde gewürdigt.

Mit dem Projekt „500 Kirchen – 500 Ideen“ der EKM und der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen GmbH unter Schirmherrschaft von Landesbischof Friedrich Kramer sollen we-niger oder nicht mehr genutzte Kirchen umgenutzt werden, damit sie nicht leer stehen oder gar verfallen und damit als Mittelpunkt eines Ortes langfristig erhalten bleiben. Sieben Vorschläge wurden als Modellprojekte ausgewählt: Ein soziokulturelles Zentrum, eine Bienen-Garten-Kirche, ein meditativer Spielplatz, eine Netzwerkkirche, eine Gesundheitskirche, eine Kunstkir-che und eine Her(r)bergskirche. Die EKM begleitet die Projekte und zieht aus ihnen Anregungen für die eigene Arbeit. „Religion und Kirchengebäude müssen einen neuen Platz in der Gesell-schaft und Wahrnehmung der Menschen finden, wenn dieses wertvolle kulturelle Erbe erhalten bleiben soll. Das ist ein lebendiger, aber auch schwieriger Prozess, dem sich die EKM mit dieser Initiative stellt“, urteilte die Jury, die „diesen Prozess und die inspirierenden Modellprojekte un-terstützen möchte“. Weiter heißt es in der Begründung: „Die Initiative ist wegweisend und hat das Potenzial, die Kirchen in die Zukunft¬ zu führen“.

In Bad Berka wurde durch Hinzufügen eines funktionalen, modernen Baukörpers das historische, denkmalgeschützte Ensemble der Kirchengemeinde – bestehend aus Kirche, Pfarrhaus und In-nenhof – zu einem überregionalen Gemeindezentrum erweitert. Die B19 Architekten aus Weimar erhielten eine „Medaille für Baukultur“ in der Kategorie Architektur für ihre einfühlsame Pla-nung und sorgfältige Ausführung. Mit „bescheidensten Mitteln wurde aus einem schwierigen Bauplatz ein hinreißend schöner Ort in der Landschaft“, so die Jury. „Die Erlebnisqualitäten ver-danken sich einer einfühlsamen Entwurfsidee, aber auch großer Sorgfalt bei der Bauausführung.“ Die wiederverwendeten Quadersteine eines früher hier vorhandenen Klosters gäben dem neu ge-fassten Pfarrhof geschichtliche Tiefe, betteten aber auch die zum Ilm-Wanderweg ragende Fens-terfront des Saales sensibel in das romantische Landschaftsbild ein.

Die bei einem Brand im Jahr 2012 zerstörte Kirchenburg Walldorf war in der engeren Auswahl für den Staatspreis. „Beim Wiederaufbau wurde das Verlorene als Chance begriffen, den sprich-wörtlichen Freiraum auszuloten und zukunftsfähig zu gestalten“, wurde die Entscheidung be-gründet. „Der neue Raum ist Gedächtnis und Erinnerung. Er ist nahbar, feierlich, sakral als auch robust und funktional. Entstanden ist ein Ort für kirchliche und weltliche Nutzungen – durch Be-teiligung regionaler Planer, junger Künstler, hiesiger Firmen; durch Bewirtschaftung des Pfarr-gartens, der Brotbäckerei, Station im Thüringer Wander- und Radtourismus, Sportkletterei an der Burgmauer, Trainingsplatz der Feuerwehr, Kino und Konzerten u. v. m.“.

Hintergrund:
Der neue Thüringer Staatspreis für Baukultur wird vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur
und Landwirtschaft ausgelobt und in Kooperation mit der Stiftung Baukultur Thüringen, der Ar-chitektenkammer Thüringen und der Ingenieurkammer Thüringen vergeben. Der Preis prämiert herausragende und beispielhafte Leistungen im Bausektor, die eine große Innovationskraft sowie eine hohe gestalterische Qualität aufweisen. Er würdigt sowohl Planende der Fachdisziplinen Ar-chitektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau sowie Ingenieurbau und Inge-nieurleistungen als auch Bauherrinnen und Bauherren, die mit ihrem besonderen Engagement den Erfolg eines Projektes wesentlich mitbestimmen. Darüber hinaus zeichnet der Preis Personen, Institutionen und Initiativen aus, die sich durch ihre Aktivitäten im besonderen Maße für die bau-kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft sowie deren Vermittlung einsetzen. Intention ist, die Vielfalt baukultureller Werte und Ausdrucksformen hervorzuheben und zu fördern. Die Preise hatte der Thüringer Minister Prof. Benjamin-Immanuel Hoff feierlich vergeben.

Autor:

susanne sobko

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