Lichterwelle umringt in 24 Stunden die ganze Welt
Angebote zum Weltgedenktag für verstorbene Kinder

Ein Foto von der Plastik "Weinender Engel" von Dorothea Steigerwald  mit verstorbenen Kindern im Gewand.
  • Ein Foto von der Plastik "Weinender Engel" von Dorothea Steigerwald mit verstorbenen Kindern im Gewand.
  • Foto: Ulrich M. Spengler
  • hochgeladen von susanne sobko

Zum Weltgedenktag für verstorbene Kinder (Candle-Lighting-Day) am kommenden Sonntag (13. Dezember) finden in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Andachten, Gottesdienste und andere Gedenk-Angebote statt. Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde von verstorbenen Kindern sowie alle, die sich verbunden fühlen, sind dazu eingeladen.

Dr. Friederike F. Spengler, Regionalbischöfin der Propstei Gera-Weimar, zu dem Gedenktag: „Es fühlt sich ganz und gar verkehrt an: am Grab eines Kindes stehen zu müssen. In der Adventszeit, wenn überall die Krippen aufgebaut werden und die Geburt des Kindes von Bethlehem in den Fokus rücken, ist die Trauer für die Zugehörigen verstorbener ungeborener und geborener Kinder oft besonders schmerzhaft. Dann suchen wir nach einem Bild des Trostes. Für mich ist es ein Foto mit dem Engel der Marburger Diakonisse Dorothea Steigerwald. Der Engel trägt in seinem Gewand Kinder: Manche sind schon größer, andere winzig klein. Der Engel weint. Seine Tränen verbinden sich mit unseren. Im Gewand des Engels sind sie aufgehoben: Kinder, die lange vor der Geburt im Mutterleib nicht mehr weiterwuchsen. Kinder, die kurz vor oder während der Geburt starben; Kinder, die nach wenigen Tagen, Wochen oder Monaten starben und jene, die bereits mehrere Jahre ihre Familien begleitet hatten. Es tut gut, einen Ort für sie zu wissen. Einen Ort, an dem sie nicht verloren gehen. Einen Ort des Lichtes. Und dass alle, ob mit Namen genannt oder noch ohne Namen gestorben, von Gott gekannt und bei ihrem Namen gerufen werden. Unvergessen.“

Ausgewählte Veranstaltungen in Thüringen:

In Hildburghausen gibt es einen Gedenkgottesdienst, der erstmals ökumenisch gefeiert wird. Verwaiste Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde sind unter dem Motto „Tausend Kerzen“ um 17 Uhr in der Christuskirche Hildburghausen eingeladen.

In Nordhausen wird es dieses Jahr keine Andacht geben. Stattdessen können Betroffene zwischen 16 und 18 Uhr in der Christuskirche eine Kerze entzünden, „zur Ruhe kommen und im Schein der Kerze spüren, dass sie nicht allein sind“, so die Ankündigung. Jeder Besucher erhält ein Geschenk als Zeichen der Verbindung.

Angehörige und Freunde von verstorbenen Kindern sowie alle, die sich verbunden fühlen, werden am 13. Dezember (19.30 Uhr) von der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Hospizverein Ilmenau sowie betroffenen Eltern und Geschwister in die Kirche St. Jakobus in Ilmenau eingeladen.

Die Zentrale Gedenkfeier der verwaisten Eltern und Geschwister Ostthüringens für Angehörige, Freunde und Bekannte findet am 13. Dezember um 15 Uhr in der St. Elisabeth Kirche in Gera statt (Kleiststr.7). Das Thema lautet: „Das Labyrinth, Wandlung auf meinem Trauerweg“.

Unter dem Motto „Wir zünden ein Licht an – für Dich“ werden trauernde Eltern und Familien vom Verein „Verwaiste Eltern Erfurt“ zu einer Online-Gedenkfeier am 13. Dezember um 16 Uhr eingeladen. www.verwaiste-eltern-erfurt.de

In Meiningen findet das Gedenken dieses Jahr erst am 4. Advent statt, eingebettet in einen Ökumenischen Gottesdienst am 20. Dezember zum Thema „Weihnachten ohne Dich“ in der Stadtkirche (17.30 Uhr).

In Weimar gibt es traditionell im Sophien- und Hufeland-Klinikum einen Gottesdienst zum Candle-Lighting-Day, zu dem Angehörige kommen konnten, den Namen ihres verstorbenen Kindes benennen und eine Kerze entzünden. Dies ist in diesem Jahr nicht möglich. Thematisch werden die verstorbenen Kinder jedoch in den Gottesdienst am dritten Advent aufgenommen und es werden Kerzen entzündet. Eltern können sich dazu an Klinikseelsorgerin Dorothea Knetsch wenden: Tel. 0176-78030160.

Ausgewählte Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt/Brandenburg:

In der Kirche in Klöden im Kirchenkreis Wittenberg kommen Hinterbliebene zu einer Gedenkandacht (14 Uhr) mit Musik, Texten und stillen Zeiten zusammen. Im Kirchenkreis Bad Liebenwerda treffen sich Angehörige zu einer Andacht (16 Uhr) in der Kirche in Gröden.

In der St. Johanniskirche Wernigerode richten am Sonntag die Johannisgemeinde und ein Selbsthilfeverein eine Andacht (16.30 Uhr) aus. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, bevor um 19 Uhr auch in Wernigerode und Umgebung die eine oder andere Kerze im Fenster entzündet wird.

In Magdeburg wird dieser Tag mit einer Gedenkzeit (16.30 Uhr) in der Kathedrale St. Sebastian begangen. In ihr verbinden sich Menschen in ihrem Schmerz, erinnern sich an leidvolle Zeiten und auch an glückliche Momente. Es ist möglich, gemeinsam Trauer auszudrücken, still zu werden und Trost und Zuspruch zu erfahren. Traditionell lädt eine Arbeitsgruppe aus Klinikseelsorgern und Klinikseelsorgerninnen, Mitarbeiterinnen der Stiftung Netzwerk Leben und Betroffenen zum Gedenken und Innehalten ein. Die meditative Feierstunde führt die Anwesenden zum Schluss an den Trauerort „Fermate“ im Westportal, wo sie eine Kerze für ihr verstorbenes Kind anzünden können. Dieser Trauerort kann auch ganzjährig zu den Öffnungszeiten der Kirche besucht werden.

Hintergrund:
In Deutschland sterben jährlich etwa 20.000 Kinder und junge Erwachsene durch Krankheit, Unfall, Früh- oder Totgeburt. Viele trauernde Eltern leiden auch nach Jahren noch stark unter ihrem Verlust und fühlen sich allein gelassen in ihrem Schmerz. Unter dem Motto „Worldwide Candle Lighting“ – weltumspannendes Kerzenleuchten – findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember der Gedenktag für verstorbene Kinder statt. Aus diesem Anlass stellen Trauernde um 19 Uhr eine brennende Kerze ins Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt. „Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden“, beschreibt der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister (VEID).

Weitere Informationen im Internet: www.veid.de

Autor:

susanne sobko aus Eisenach-Erfurt

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