Rarität am Karfreitag
Wittenberger Kantorei führt Passion von C.H.Graun auf
- hochgeladen von Christoph Hagemann
Am Karfreitag, dem 3. April, erklingt zur Sterbestunde um 15 Uhr in der Stadtkirche Wittenberg eines der meistgespielten Passionsoratorien überhaupt – und doch kennt es niemand. Der scheinbare Widerspruch löst sich leicht: Das Oratorium »Der Tod Jesu« von Carl Heinrich Graun war vor allem im 19. Jahrhundert überaus beliebt, bevor es von der Renaissance der Bachschen Passionen verdrängt wurde.
Auch der wohl 1704 bei Bad Liebenwerda geborene Komponist Carl Heinrich Graun ist heute kaum mehr bekannt. Doch zu seiner Zeit war er ähnlich berühmt wie Haydn und Mozart, war erster Kapellmeister Friedrichs des Großen und ist der Gründer der heutigen Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Sein 1755 uraufgeführtes Oratorium »Der Tod Jesu« wurde in Berlin und an vielen Orten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein Jahr für Jahr am Karfreitag aufgeführt.
Die Wittenberger Kantorei führt das Werk, das klanglich sowohl an die Barockmusik eines Johann Sebastian Bach erinnert als auch die Wiener Klassik von Haydn und Mozart ahnen lässt, gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern der Anhaltischen Philharmonie Dessau und renommierten Solisten erstmals in Wittenberg auf.
Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Deckung der Kosten wird herzlich gebeten.
Autor:Christoph Hagemann |
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