Libysches Flüchtlingsboot in Wittenberg gestrandet

Mahnmal: Seit vergangener Woche treibt auf dem Wittenberger Schwanenteich ein libysches Flüchtlingsboot.
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Von Christina Özlem Geisler

Die Weltausstellung Reformation in den Wittenberger Wallanlagen hat ihren letzten Torraum vervollständigt. Für den Themenbereich »Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung« am Schwanenteich wurde jetzt ein Boot aus Sizilien angeliefert, das vor vier Jahren 244 Flüchtende unversehrt von Libyen auf die italienische Insel gebracht hatte. Gemeinsam mit weiteren aus Esche-, Pappel- und Lärchenholz geflochtenen Booten, die auf dem Teich treiben, will die Installation zur Diskussion über den Umgang mit geflüchteten und asylsuchenden Menschen anregen.
Das 23 Tonnen schwere, blaue Boot mit orangeroten Streifen trägt die arabische Alltagsformel al-hamdulillah (Lob sei Gott) und den Namen al-bahja (Fröhlichkeit, Freude). Es misst in der Länge 15,7 Meter, ist 4,7 Meter breit und mit aufgesetzter Kajüte ebenso hoch.
Verantwortlich für das Projekt sind der Anthropologe Michael Leube von der Fachhochschule Salzburg und eine Gruppe Studierender. »Die Flüchtlingskrise ist die Antithese zum Titel dieses Torraumes«, sagte Leube bei der Vorstellung der Themenwoche »Gerechtigkeit«. Der Schwanenteich symbolisiere das Mittelmeer. Die Wallanlagen, in denen heute die Weltausstellung präsentiert wird, stehe für die Abgrenzung einer Elite nach außen hin, so Leube: »Die Burg Europa betreibt eine ähnliche Asylpolitik.«
Seit dem 20. Mai präsentieren sich auf der Weltausstellung Reformation in Wittenberg mehr als 80 Kirchen und Organisationen aus aller Welt. Noch bis zum 10. September laden sie Besucher in die Lutherstadt ein, um am Ausgangsort der Reformation über gesellschaftliche Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu sprechen. (epd)

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EKM Süd aus Weimar

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