Gottesdienste wieder möglich
Zaghafter Neustart

Die Tür war offen, aber der Andrang hielt sich in Grenzen
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  • Die Tür war offen, aber der Andrang hielt sich in Grenzen
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"Die Schäfchen trauen sich noch nicht aus dem Stall", mit einem Augenzwinkern begrüßte der Weimarer Superintendent Henrich Herbst die überschaubare Gemeinde beim ersten öffentlichen Gottesdienst seit Beginn der Corona-Krise. In der ersten gottesdienstlichen Feier am Hirtensonntag sind gerade mal acht Gemeindeglieder in die große Stadtkirche St. Peter und Paul gekommen. Für den dreijährigen Martin gibt es einen individuellen Solo-Kindergottesdienst. Die anfängliche Unsicherheit bei Akteuren und Gottesdienstbesuchern weicht schnell der Freude über die Gemeinschaft. Eine Besucherin meint: "Wie schön, dass ich wieder mal Menschen zwar mit Abstand, aber ohne Maske begegnen kann". Auf den gemeinsamen Gesang muss verzichtet werden. Aber diese Einschränkung nehmen die Gottesdienstbesucher hin, wie so vieles in diesen Tagen. 
Am Eingang darf sich jeder Teilnehmer des Gottesdienstes erst einmal registrieren. Zur Nachverfolgung einer möglichen Ansteckung, ist diese Maßnahme nötig. Von Küsterin Dagmar Günther gibt es für alle, die in die Kirche eintreten ein Schoko-Schäfchen. 30 davon hat sie in ihrem Körbchen, dass sie scherzhaft ihre "Zählmaschine" nennt. Die begrenzte Anzahl von Gottesdienst-Besuchern werden aber weder beim ersten noch beim zweiten Gottesdienst erreicht. 
Superintendent Herbst beginnt seine kurze Predigt zum Hirtensonntag mit dem Begriff der "Herdenimmunität". Der gefalle ihm ganz gut. In diesen Tagen zeige sich, was eine Gesellschaft erreichen könne, wenn die meisten mitmachten. Die Corona-Krise mache aber auch deutlich, dass nicht alles im Leben verfügbar sei. Wir seien im Leben und im Glauben aufeinander angewiesen. Wo die eigene Kraft versage, könne man sich auf Gott, den "guten Hirten" verlassen, der der Hirte für die Seele in Notzeiten sei. 
Umrahmt wird der Gottesdienst, der auf 40 Minuten verkürzt ist, von Kirchenmusikdirektor Johannes Kleinjung. Der Text der Gemeindelieder ist zum Mitlesen auf einem Zettel abgedruckt. Gesangbücher müssen noch im Regal bleiben. 
Am Ausgang sagt ein Besucher: "Es war anders, aber es war gut, wieder einmal in Gemeinschaft Gottesdienst zu feiern. Der Fernsehgottesdienst war sicher eine Alternative, aber er ersetzt nicht die persönliche Begegnung."

Autor:

Willi Wild aus Weimar

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