Brückenbauer der Ökumene
EKM trauert um Erfurter Altbischof Joachim Wanke

Die letzte Wegstrecke: Auf einem Grabstein auf dem Weimarer Friedhof werden Tod und Sterben als Übergang in eine andere Welt dargestellt. Der Verstorbene geht alleine durch das Tor vom Diesseits ins Jenseits.   | Foto: Maik Schuck
  • Die letzte Wegstrecke: Auf einem Grabstein auf dem Weimarer Friedhof werden Tod und Sterben als Übergang in eine andere Welt dargestellt. Der Verstorbene geht alleine durch das Tor vom Diesseits ins Jenseits.
  • Foto: Maik Schuck
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Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) nimmt mit tiefer Anteilnahme Abschied von Joachim Wanke, Altbischof des Bistums Erfurt. Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM): „Der langjährige Bischof des Bistums Erfurt galt weit über die Grenzen seiner eigenen Konfession hinaus als profilierter Vordenker, geschätzter Gesprächspartner und Brückenbauer der Ökumene, der die kirchliche Landschaft in Mitteldeutschland über Jahrzehnte entscheidend prägte“.

„Joachim Wanke setzte ab 1994 im neu gegründeten Bistum Erfurt Maßstäbe. Doch bereits lange zuvor, insbesondere während der SED-Diktatur, bewies er Standhaftigkeit. In einer Zeit der politischen Bedrängnis bot er den Gläubigen durch seine theologische Klarheit und Aufrichtigkeit Orientierung. Sein Wirken hat vielen Christinnen und Christen Mut gemacht, ihrem Glauben auch unter widrigen Umständen treu zu bleiben. Ich schätze an ihm, in welcher Weise ihm die Ökumene ein Herzensanliegen war. Er dachte Kirche nie in engen Grenzen, sondern suchte beharrlich das Verbindende zwischen den Konfessionen.

Mit Joachim Wanke verlieren wir einen großen Kirchenmann Mitteldeutschlands und einen warmherzigen, zugewandten Menschen. Von ihm lernen wir, dass die Kirche nicht nur für ihre Mitglieder da ist. Sein Verständnis einer gastfreundlichen Kirche, die sich allen Menschen zuwendet, bleibt für uns eine bleibende Inspiration und Verpflichtung. Wankes Überzeugung, dass christliches Handeln immer eine gesellschaftliche Dimension hat, prägte seinen gesamten Lebensweg. Wir alle trauern mit unseren katholischen Geschwistern und verlieren mit ihm einen treuen Weggefährten im Glauben und einen unermüdlichen Streiter für ein geschwisterliches Miteinander der Kirchen in der Region“, so der Landesbischof.

Joachim Wanke, geboren 1941 in Breslau, hatte die Bischofsweihe am 26. November 1980 im Erfurter Dom erhalten. Das Amt des Apostolischen Administrators des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen übernahm er am 17. Januar 1981. 1994 erfolgte die Neugründung des Bistums Erfurt und Wanke wurde durch Papst Johannes Paul II. zum residierenden Diözesanbischof ernannt. Zu einem Höhepunkt seiner Amtszeit zählte der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Erfurt und Etzelsbach am 23. und 24. September 2011. Am 1. Oktober 2012 hatte Wanke aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt angetreten. Der 84-jährige starb in den heutigen Morgenstunden (12. März) im Katholischen Krankenhaus Erfurt.

Autor:

susanne sobko

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