Ökumenischer Gottesdienst
Gedenken an Ermordung von Geistlichen im KZ Buchenwald

In Weimar wird am kommenden Samstag (18. Juli) an die Ermordung des evangelischen Pfarrers Paul Schneider und des katholischen Priesters Otto Neururer im Konzentrationslager (KZ) Buchenwald erinnert. Der ökumenische Gedenkgottesdienst auf dem Appellplatz der Gedenkstätte Buchenwald beginnt 16.30 Uhr und wird gemeinsam von Pfarrer Peter Gümbel von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und Pfarrer Timo Gothe von der Katholischen Pfarrgemeinde gestaltet. Musikalisch wirkt der Posaunenchor der Kreuzkirche mit. Die Predigt hält Friederike F. Spengler, Regionalbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).

Der Gottesdienst findet jedes Jahr am Todestag von Pfarrer Paul Schneider statt. Diesmal ist das Gedenken an den katholischen Priester Otto Neururer einbezogen. Er wurde vor 86 Jahren im KZ Buchenwald grausam ermordet, da er einem Mithäftling auf seinen Wunsch hin Taufunterricht gegeben hatte. „Die Geistlichen sind Märtyrer und Zeugen eines unerschütterlichen Glaubens. Mit ihrem Gottvertrauen sind sie für ihre Mithäftlinge und für alle nachfolgenden Generationen zum Zeichen christlicher Glaubensstärke geworden“, betont Pfarrer Peter Gümbel.

Hintergrund:
Paul Robert Schneider (* 29. August 1897 in Pferdsfeld; † 18. Juli 1939 im KZ Buchenwald) war ein evangelischer Pfarrer und leistete als Mitglied der Bekennenden Kirche offensiv Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Am 27. November 1937 wurde er in das KZ Buchenwald verlegt. Als er bei einem Appell den Hitlergruß verweigerte, wurde er öffentlich mit Stockschlägen bestraft und in eine Einzelzelle des Arrestgebäudes gesperrt. Trotz schwerster Misshandlungen unterließ er es nicht, aus seinem Gefängnis heraus das Evangelium zu verkünden. So wurde er für seine Mitgefangenen zum „Prediger von Buchenwald“. Am Ostersonntag soll er sich trotz größter Schmerzen an den Gitterstäben hochgezogen und den tausenden Häftlingen auf dem Appellplatz zugerufen haben: „Kameraden, hört mich. Hier spricht Pfarrer Paul Schneider. Hier wird gefoltert und gemordet. So spricht der Herr: ‚Ich bin die Auferstehung und das Leben!‘“. Mehr als ein Jahr wurde Paul Schneider gefangen gehalten und gequält, bis zur Ermordung am 18. Juli 1939. Das Andenken an Paul Schneider wird vom Verein „Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft“ gepflegt.

Weitere Informationen im Internet: www.paul-schneider-gesellschaft.de

Autor:

susanne sobko

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