Neueröffnung nach Sanierung
Quedlinburger Stiftskirche lässt Domschatz strahlen

Der Schlossberg in Quedlinburg mit der romanischen Stiftskirche St. Servatius im Harz.  | Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn
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  • Der Schlossberg in Quedlinburg mit der romanischen Stiftskirche St. Servatius im Harz.
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Die Kirche auf dem Quedlinburger Stiftsberg hat eine fast 1.100-jährige Geschichte. Im Zuge von Sanierungsarbeiten wurden der Domschatz und die Ausstellungen in Kirche und Krypta neu gestaltet.

Von Thomas Nawrath

Die Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg lässt ihre Schätze wieder strahlen. Im Zuge von Sanierungsarbeiten am romanischen Gotteshaus wurden der Domschatz und die Ausstellung in Kirche und Krypta neu gestaltet, sagte der Kurator des Domschatzes, Elmar Egner, am Freitag in Quedlinburg. Die Kirchengemeinde habe den Anspruch, „den Domschatz für die nächsten Generationen zu bewahren und ansprechend zu vermitteln“.

Wichtig sei der Kirchengemeinde als Träger von Kirche und Schatz, dass dabei auch der Umgang mit sensiblen Objekten wie den Gräbern in der Krypta den Anforderungen der Denkmalpflege gerecht wird. Das sei durchaus herausfordernd und verursache jedes Jahr Kosten von mehr einer halben Million Euro, hieß es.

Die eigentlich zeitgleich geplante Öffnung des Schlossmuseums auf dem Stiftsberg musste nach Angaben der Stadt wegen aufwendiger Sanierungen am historischen Gebäudebestand auf den 3. Oktober verschoben werden. Während der bereits sechsjährigen Arbeiten mussten unter anderem Risse im Sandsteinfelsen gesichert und moderne Brandschutz- und Löschtechnik im Schloss installiert werden.

Blick durch das Schiff der Stiftskirche St. Servatius nach Osten. | Foto: Thomas Nawrath
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Schätze und besondere Geschichten

Durch die Neugestaltung können „die drei großen Reliquienschreine des Domschatzes jetzt umlaufen werden, sodass man alle Seiten bewundern kann“, sagte Egner. Auch das prachtvolle Samuhel-Evangeliar oder ein beeindruckender Kana-Krug aus Alabaster werden nun angemessen beleuchtet und würdigend präsentiert. Es gehe darum, „Geschichten zu erzählen und damit die Stücke in ihren historischen Kontext zu setzen“, ergänzte der Kurator. Dabei werden Fragen zur Herkunft beantwortet oder ihre Verbindung mit König Heinrich I. (876-936) erläutert.

Reliquienkasten Heinrich I. (10. Jahrhundert). | Foto: Thomas Nawrath
  • Reliquienkasten Heinrich I. (10. Jahrhundert).
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Auch in der Krypta werde jetzt verständlicher erklärt, was man sieht oder auch nicht mehr sieht. Das betrifft insbesondere die Memoria, also das Gedenken an den verstorbenen König. Dazu wurden „Gesänge aus dem Damenstift hörbar“ gemacht, sagte Egner. In der Stiftskirche stehen das Thema Romanik und die Baugeschichte im Mittelpunkt. Es werde aber auch darüber informiert, dass dies seit 1.000 Jahren ein Glaubensort sei.

Bedeutender Ort der deutschen Geschichte

Im Jahr 1992 stand der Quedlinburger Domschatz ganz besonders im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses: Überraschend kehrten zehn verloren geglaubte Schatzstücke aus den USA zurück, die im Jahre 1945 von US-Soldaten gestohlen worden waren. Nach Angaben der Kirchengemeinde fehlen noch zwei Teile aus dem Quedlinburger Domschatz. Um diese sichtbar zu machen, habe die Kirchengemeinde aufwendige „3D-Modelle der verlorenen Schatzstücke anfertigen lassen“, ergänzte Kurator Egner.

Die romanische Stiftskirche St. Servatius liegt auf dem Quedlinburger Stiftsberg. Als Grablege König Heinrichs I. sowie als Ort zahlreicher Hoftage war sie ein Schlüsselort mittelalterlicher Reichsgeschichte. Der heutige Kirchenbau wurde im Jahr 1129 geweiht und bewahrt mit seiner eindrucksvollen Bauplastik und der einzigartigen Krypta ein außergewöhnliches Zeugnis geistlicher und künstlerischer Kultur des 10. bis 12. Jahrhunderts

epd

Der Schlossberg in Quedlinburg mit der romanischen Stiftskirche St. Servatius im Harz.  | Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn
Detail des Wiperti-Evangelistars: Goldschmiedearbeit mit Edelsteinen (ca. 1513). | Foto: Thomas Nawrath
Reliquienkasten Heinrich I. (10. Jahrhundert). | Foto: Thomas Nawrath
Wiperti-Evangelistar mit Goldschmiedearbeiten (ca. 1513). | Foto: Thomas Nawrath
Römisches Alabastergefäß, sogenannter "Kana-Krug" (1. Jharhundert). | Foto: Thomas Nawrath
Blick durch das Schiff der Stiftskirche St. Servatius nach Osten. | Foto: Thomas Nawrath
Autor:

Thomas Nawrath

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