Kirche in der frohen Zukunft

Gemeindeporträt: Die Heilandskirche ist das jüngste evangelische Gotteshaus in Halle

Von Katja Schmidtke

Wo ist die Frohe Zukunft? Gleich hinter dem Gertraudenfriedhof – das kann man als Hallenser und Christ so oder so sehen. Tatsächlich grenzt das in den 1930er-Jahren entstandene Wohngebiet »Frohe Zukunft« an den größten städtischen Friedhof. Einfamilienhäuser säumen die Straßen, in den Gärten recken sich die Frühblüher in die Sonne und am Krokusweg läuten die Kirchenglocken.
1938 wurde die Heilandskirche eingeweiht – Halles jüngstes evangelisches Gotteshaus. Im schlichten Stil erbaut, mit einem bescheidenen Turm und ohne Hauptportal, fügt sie sich in das Wohngebiet ein. Das Gebäude verbindet Kirche und Gemeinderäume – früher lebten hier Diakonissen, die den Kindergarten leiteten. Wenige Jahre nach ihrer Einweihung wurde die Heilandskirche im Sommer 1944 von Bomben getroffen und schwer beschädigt. Den Taufstock samt Schale retteten Helfer. In den Flammen wurden die Glasfenster von Paula Jordan und die klappbaren Altartüren mit den Seligpreisungen vernichtet.
»Die Gemeinde ist jung, aber ihre Geschichte ist voller Umbrüche«, erzählt Pfarrerin Grietje Neugebauer. Die Chronik erzählt von der Einweihung unterm Hakenkreuz, Zerstörung im Krieg und Wiederaufbau in der kirchenfeindlichen DDR, vom Weg als Filialkirche zur Eigenständigkeit, vom Wachsen und Schrumpfen. 1938 zählte die Gemeinde rund 3 800 Glieder, 1952 waren es 3 500, acht Jahre später nur noch 1 000. »Heute haben wir rund 500 Gemeindeglieder«, sagt Kirchenältester Jürgen Pannwitz.
Mit St. Pankratius und Paulus gibt es eine Kooperation. Pfarrerin Neugebauer betreut zudem das Kirchspiel Trotha-Seeben. Die regionale Zusammenarbeit bietet Chancen für die Gottesdienst-Gestaltung, aber sie fordert auch Einsatz. »Es gibt hier ein großes ehrenamtliches Engagement und alle sind sehr selbstständig tätig«, sagt die Pfarrerin. Das verbindet die Menschen mit ihrer Kirche. Die Fluktuation ist im Vergleich zu den Stadtgemeinden ohnehin gering, die »Frohe Zukunft« ist schon fast dörflich.
Das geistliche Leben der Heilandsgemeinde ist geprägt von regelmäßigen Gottesdiensten, dem Café Kroküsschen für Senioren, einem Diakoniekreis mit der Paulusgemeinde, dem Chor und einem Gesprächskreis 30plus – eine Zielgruppe, für die es sonst eher weniger kirchliche Angebote gibt, so Grietje Neugebauer. Alle Generationen kommen zu Gemeindeabenden über kirchliche und gesellschaftliche Themen und zum Basteln in der Advents- und Osterzeit zusammen.
Seit einigen Jahren öffnet die Gemeinde ihr Gotteshaus für weltliche Feiern: Weil viele Familien in die »Frohe
Zukunft« gezogen sind und die Grundschule keinen großen Saal hat, wird die Einschulung in der Kirche gefeiert. Jürgen Pannwitz führt außerdem Schüler im Rahmen ihres Ethik-Unterrichts durch die Kirche.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen