Madeira: Reformation auf Portugiesisch

Zwei Beispiele für von den Studenten ins Portugiesische übersetzte Poster einer deutschen Luther-Ausstellung
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Von Hanfried Victor

Als eine Gruppe von 27 Kirchenzeitungs-Lesern aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen erlebten wir eine Märzwoche in guter Gemeinschaft auf der Frühlings- und Blumeninsel im Atlantik. Neben touristischem Besichtigungsprogramm, das uns die herrliche Natur und die subtropische Vegetation nahe brachte, waren wir auch einen Nachmittag lang in der kleinen Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde in Funchal, der Hauptstadt Madeiras, zu Gast.
Auf der ganzen Insel leben etwa 235 000 Einwohner. Knapp 95 Prozent davon gehören dem katholischen Glauben an. Denen stehen knapp 0,2 Prozent Protestanten gegenüber; keine 50 eingetragenen Mitglieder zählt die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde dort. Hauptamtliche Mitarbeiter und Verwaltung sind da nicht angesagt. Wie ist da ein Gemeindeleben möglich?
Es ist! Alles passiert im Ehrenamt. Auch Pfarrerin Ilse Everlien-Berardo ist »nur« ehrenamtlich tätig. So gibt es keine Personalkosten. Ausgegeben werden kann lediglich, was durch freiwillige Spenden hereinkommt. Gottesdienste werden 14-tägig in der Schottischen Kirche gefeiert. Dafür und für die Nutzung des Gemeinderaums zum Kirchenkaffee fällt natürlich eine Miete an.
Seelsorge, Kasualien, ein Gesprächskreis und hin und wieder Segnungsfeiern prägen das Gemeindeleben. Höhepunkt in diesem Frühjahr ist ein Projekt mit der Universität. Pfarrerin Berardo organisierte Poster einer Luther-Ausstellung aus Deutschland. Studenten des Studiengangs »Sprachen und Betriebswirtschaft« haben im Fach »Deutschsprachige Kulturen« die Plakate mit Interesse ins Portugie­sische übersetzt und dabei die Reformation unter historischen, kulturellen und religiösen Aspekten erarbeitet.
Für die meist katholisch erzogenen Studenten war das Neuland. Dann wurden die Plakate und deren Übersetzungen im Jesuitenkolleg der Universität bei einem Symposium ausgestellt. Ziel der Aktion, die bis zum 31. Mai verlängert wurde, ist, das Gedankengut der Reformation als Grundlage europä­ischer Kultur und Beginn der Moderne zu verdeutlichen. Die Kosten trug die kleine Gemeinde natürlich wieder durch Spenden und Kollekten selbst. Eine gute Investition – die Pfarrerin freut sich über das gelungene Projekt, das sehr viel Aufmerksamkeit und Interesse innerhalb der Bevölkerung, der römisch-katholischen Kirche und der Universität genießt. Kirche, lebendig und ausschließlich im Ehrenamt – ist das unsere Zukunft? Vielleicht noch nicht heute, aber morgen.

Der Autor ist Pfarrer i. R. in Bad Tabarz und war geistlicher Reisebegleiter der Leserreise.

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