Die »Mutter der Leprakranken« ist tot

Ruth Pfau

Ruth Pfau: Die deutsche Ärztin und katholische Ordensfrau starb am 11. August

Die deutsche Lepra-Ärztin und katholische Ordensfrau Ruth Pfau ist tot. Sie starb am 11. August im Alter von 87 Jahren in Pakistan, wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Würzburg mitteilte. Pfau kümmerte sich seit den 1960er-Jahren um Lepra-
kranke in Pakistan und arbeitete eng mit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe zusammen.
Nach Angaben der Hilfsorganisation wurden dank Pfau mehr als 50 000 Menschen von Lepra geheilt. In ihrer Wahlheimat wurde sie »Mutter der Leprakranken« genannt. Für ihr Wirken erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem war sie pakistanische Ehrenbürgerin. In dem asiatischen Land war sie auch nationale Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin. Bestattet wird Pfau der Leprahilfe zufolge nach ihrem Wunsch in der Hafenstadt Karatschi, wo sie seit 1960 lebte. Dort befindet sich auch das von ihr gegründete Marie-Adelaide-Lepra-Krankenhaus.
Pfau wurde am 9. September 1929 in Leipzig geboren. Sie studierte Medizin in Mainz und Marburg. 1957 trat sie dem katholischen Orden der Töchter vom Herzen Mariä bei. Sie kam durch Zufall ins muslimische Pakistan: Als Mitglied des Ordens war sie auf dem Weg ins indische Mumbai (Bombay). Bei einem Zwischenstopp in Karatschi nahm sie eine Mitschwester mit in eine Lepra-Kolonie. Pfau entschied sich spontan, dort zu bleiben.
»Ruth Pfau wird als große Kämpferin für eine bessere Welt in Erinnerung bleiben«, sagte die Präsidentin der Leprahilfe, Gudrun Freifrau von Wiedersperg: »Zigtausenden von Lepra gezeichneten und aus der Gesellschaft ausgegrenzten Menschen hat sie mit ihrer medizinischen und sozialen Hilfe ein neues Leben geschenkt.«
Gemeinsam mit der Ärztin gründete die Leprahilfe im Jahre 1996 die Ruth-Pfau-Stiftung.(epd)

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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