Dauerhaftes Andenken

Tätowierer Ayash sticht Pilgern christliche Motive

Ein Tattoo aus Bethlehem – das gehört für viele Pilger unbedingt mit zur Reise ins Heilige Land. Tätowierer Walid Ayash hat sein Studio nur wenige Schritte entfernt von der Geburtskirche, dort, wo der Überlieferung nach Jesus zur Welt kam. »Ein Kreuz am inneren Handgelenk ist das Motiv, das am besten geht, und darunter das Datum«, erzählt der hochgewachsene, muskulöse Mann.
Vor allem Christen mit irakischer oder syrischer Herkunft kämen mit dem Wunsch nach einem Kreuz-Tattoo. Und ägyptische Kopten, »die sind ganz irre«, sagt er und lacht. Ayash ist der »einzige lizenzierte Tätowierer« in der 30 000 Einwohner-Stadt im Westjordanland, wie er stolz berichtet.
Ayash zieht seine Jacke und das Hemd aus. Über die gesamte Schulter trägt er das Bild von Jesus mit Dornenkrone, auf dem Arm die Hand des Gekreuzigten (Foto). Als nächstes ist der Oberschenkel an der Reihe, ein Körperteil also, das Ayash selbst mit der Farbnadel bearbeiten kann. »Die Geschichte von Jesus« will der fromme Katholik mit den Bildern auf seinem Körper erzählen.
Für ein kleines Kreuz braucht Ayash höchstens fünf Minuten. Rund um die Feiertage geht das Geschäft besonders gut, Weihnachten ist Hochsaison in Bethlehem. Im Jahr 2017 ist die Zahl der Pilger wieder deutlich angestiegen. Anfang November begrüßte Israels Tourismusminister Jariv Levin am Flughafen Ben Gurion die dreimillionste Besucherin im Heiligen Land.
Unter frommen Muslimen sind Tattoos verboten. So werde er auch niemals einen Spruch aus dem Koran als Motiv verwenden oder gar den islamischen Propheten Mohammed zeichnen, sagt Ayash. Bei den Christen hingegen laufe Jesus als Motiv gerade gut.
Vergangene Woche habe sich eine junge Deutsche die Worte: »Herr, erbarme dich« auf Arabisch auf ihren Körper tätowieren lassen. Auch ein deutscher Priester sei schon bei ihm gewesen, erzählt Ayash. Der habe sich das Wort »Koexistenz« gewünscht. (epd)

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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