Naumburger Domkantorei
Konzert: "Leben und Sterben – Tod und Ewigkeit"

Das Konzert zum Ende des Kirchenjahres ist ein Wandelkonzert. Es bginnt in der marienkirche und führt über den Kreuzgang in den Dom. | Foto: Vereinigte Domstifter/Falko Matte
  • Das Konzert zum Ende des Kirchenjahres ist ein Wandelkonzert. Es bginnt in der marienkirche und führt über den Kreuzgang in den Dom.
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Von Jan-Martin Drafehn

Der Monat November ist traditionell die Zeit, in der Menschen besonders an verstorbene Familienmitglieder und nahe Menschen denken. Mit dem Totensonntag und dem Volkstrauertag gibt es dazu zudem zwei öffentlich verfasste Gedenktage. Das Ensemble „Ars Lunetis“ um die gebürtige Naumburgerin Anne Richter-Manza und der Naumburger Kammerchor unter der Leitung von Domkantor KMD Jan-Martin Drafehn gestalten daher am Samstag, 15. November um 19 Uhr ein Konzert zum Ende des Kirchenjahres, das sich in Musik und Texten mit diesem Thema auseinandersetzt. Die Frage vom Vergehen und der menschlichen Endlichkeit und die Frage danach, was von jedem Einzelnen bleibt, haben Menschen zu allen Zeiten stark beschäftigt.
Das Konzertprogramm bietet in seiner kontrastreichen Zusammenstellung mit früher und frühester Musik des Mittelalters und der ganz eigene Distlersche Tonsprache und den Texten aus dem 20. Jahrhundert ganz neue Hörzugänge zum Thema „Leben und Sterben – Tod und Ewigkeit“.
Die Motette „Totentanz“ von Hugo Distler (1908–1942) entstand 1934 für den Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Distler beschäftigte sich bereits seit 1932 mit dem Thema eines Totentanzspiels. Weitere Inspirationsquelle war der Totentanz in der Lübecker Marienkirche, der 1701 als Kopie eines im 15. Jahrhundert entstandenen Bilderzyklus entstand. Die Zerstörung des Lübecker Totentanzes 1942 im Zweiten Weltkrieg hat Distler kurz vor seinem Suizid im gleichen Jahr, noch erleben müssen. Die für vierstimmigen Chor a cappella gesetzte Komposition umfasst 14 gesungene Verse des barocken Lyrikers Angelus Silesius zwischen denen 12 gesprochene Verse des mit Distler bekannten Dichters Johannes Klöcking stehen. Sie stellen ihrerseits eine Nachdichtung der nur noch teilweise erhaltenen Verse des mittelniederdeutschen Lübecker Totentanzes aus dem 15. Jahrhundert dar und sind dialogisch angelegt: Erst der mit dem Tod hadernde Mensch, dann der Tod selbst. Im Gegensatz zu den unerbittlich-lapidaren Sprechtexten, in denen der Tod Menschen verschiedenen Standes und Alters zum Tanz auffordert, stehen die vielfach zart-schwebend wirkenden, kurzen Chorsätze Distlers.
Das Konzert am 15. November, 19 Uhr,  findet als Wandelkonzert statt und führt von der geheizten Marienkirche am Dom über den Kreuzgang in den Dom. Karten zu 16 € und 11 €  sind an der Domkasse erhältlich.

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