Akademie-Tagung
Arm und Reich im Mittelalter – und heute

Meister Eckhart.  | Foto: Meister Eckhart. Foto: Wikipedia Commons Andrea di Bonaiuto CC BY-SA 4.0

Heute öffnet sich die Schere zwischen - oft extremer - Armut und extremem Reichtum immer weiter. Das Mittelalter erlebte ähnliche Erscheinungen. Auf sozialer Ebene wurde um Probleme der Armen-, Kranken- und Altenversorgung gerungen. Zugleich entstanden Armutsbewegungen, die freiwillige Armut praktizierten. Der dominikanische Gelehrte, Prediger und Mystiker Meister Eckhart entwickelte ein radikales geistiges Armutskonzept, das diesen Verzicht bis zum Verzicht auf Gott selbst trieb.

Zunächst geht es um die soziale Armut im Mittelalter und die Frage: Was hieß es eigentlich, im Mittelalter „arm“ oder „reich“ zu sein? Sodann werden verschiedene Armutsbewegungen des Mittelalters vorgestellt: die Waldenser, die Franziskaner und Dominikaner, aber auch die Beginen. Denn Beginen wie Mechthild von Magdeburg oder die 1310 in Paris als Ketzerin verbrannte Marguerite Porete setzten sich besonders produktiv mit dem Armutsgedanken auseinander. Hier knüpfte Meister Eckhart mit seinem radikal-geistigen Armutskonzept an. Ihm ist der dritte Teil der Tagung gewidmet.

Die Tagung findet vom 05. – 06. September im Zinzendorfhaus Neudietendorf statt. Sie bietet Informationen, die Möglichkeit gemeinsamer Lektüre und Raum für Diskussionen, die einen Blick auf das Mittelalter als „fernen Spiegel“ unserer Zeit werfen wollen. Geistige Anregung verspricht überdies der funkensprühende Roman „Das Buch Mechthild“. Julia Koll liest aus ihrem Debüt.
Hier finden Sie das ausführliche Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung.

Autor:

Dr. Sebastian Kranich, Ev. Akademie Thüringen

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