"Kicker, Kämpfer, Legenden" läuft noch bis 14. November in Gera
Ausstellung zu Juden im deutschen Fußball endet mit Gottesdienst

Mit einem thematischen Abendgottesdienst endet am 14. November in der St. Trinitatiskirche in Gera
die Ausstellung "Kicker, Kämpfer, Legenden“ zur Bedeutung von Juden im deutschen Fußball. Beginn ist 17 Uhr. Klaus Schultz, ehemaliger Diakon der evangelischen Versöhnungskirche der KZ-Gedenkstätte Dachau, wird zu dem Thema sprechen. Die Ausstellung kann noch bis zum 14. November dienstags bis freitags von 15 bis 17 Uhr sowie auf Anfrage besichtigt werden. Sie ist ein Beitrag der Evangelischen Kirchengemeinde Gera zum Erinnerungsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland und Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“.

Die vom Centrum Judaicum in Berlin konzipierte Ausstellung wurde erstmals nach der Fußballweltmeisterschaft 2006 gezeigt. „Jüdische Fußballer, Trainer, Journalisten und Funktionäre haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie waren Pioniere des deutschen Fußballs; wurden umjubelt, verehrt und respektiert; galten als Vorbilder im Sinne des sportlichen Gedankens des Fairplays. Ihre revolutionären Visionen und Methoden setzten Maßstäbe, die den deutschen Fußball lange prägten“, heißt es dazu.

Als Beispiel wird der FC Bayern München genannt, der 1932 zum ersten Mal den deutschen Meistertitel errang und der jüdische Vereinspräsident Kurt Landauer und der jüdische Trainer Richard "Little" Dombi wie Helden gefeiert wurden. Oder Gottfried Fuchs, den der spätere Bundestrainer Sepp Herberger "mein Idol" und "Franz Beckenbauer meiner Jugendzeit" nannte, und der bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm in einem Spiel gegen Russland zehn Tore schoss – ein bis heute in Deutschland ungebrochener Rekord.

1933 wurden die erfolgreichen Karrieren schlagartig beendet. Die Nationalsozialisten veranlassten, dass jüdische Sportler, Trainer und Funktionäre aus den Vereinen ausgegrenzt und ausgeschlossen wurden. Bis zum 10. November 1938 durften Juden nur noch in jüdischen Vereinen spielen, danach waren alle Sportaktivitäten für sie verboten. Sie teilten das Schicksal aller europäischen Juden, wurden verfolgt und zum Teil in Konzentrationslager ermordet. Nach dem 2. Weltkrieg sollten deutsche Juden nie wieder eine vergleichbare Rolle im deutschen Fußball spielen. Ihre Verdienste wurden verdrängt und gerieten in Vergessenheit.

Die Ausstellung "Kicker, Kämpfer und Legenden" will dieses Kapitel deutscher Fußballgeschichte wieder in Erinnerung rufen, setzt sich aber auch im Schlussteil mit den heutigen Entwicklungen im Fußball auseinander.

Die Veranstaltung im Überblick:

14. November (So), 17 Uhr, Gera, Trinitatiskirche
Thematischer Abendgottesdienst zum Abschluss der Ausstellung "Kicker, Kämpfer, Legenden" - Juden im deutschen Fußball

Autor:

susanne sobko

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