OSTERMONTAG
EMMAUS (LUKAS 24)
- hochgeladen von Matthias Schollmeyer
Von Emmaus nach Jerusalem eilen
zwei Jünger, heilig beschwingt und hellwach.
Sie wollten zu Hause nicht länger verweilen -
und traten hinaus, wo das weite Gemach
der Nacht und die Sterne uns treulich geleiten
hoch über an dunkelblau himmlischem Dach.
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Drei Tage zurück liegt Sterben und Leiden.
Gekreuzigt ward Jesus, der göttliche Sohn.
Der Freund. Der Heiler. Erlöser der Heiden,
es hieß, er könne beenden die Fron.
Verzweifelt war man nach Hause gezogen,
den Himmel verloren. Als Lohn blieb der Hohn.
Doch plötzlich einer an des Weges Bogen
zu ihnen stößt. Sagt freundlich seinen Gruß -
und hat dann zu wandern mit ihnen erwogen,
belehrt auf dem Weg sie von Anfang bis Schluss.
Er redet vom Rätsel des Himmel auf Erden -
sein Wort war stark und ein ewiges Muss.
„Herr, bleibe bei uns. Denn Abend will werden."
So bitten sie ihn mit frommen Gebärden.
Da willigt er ein, sie liegen bei Tische,
links dieser, rechts jener - er mittig als Gast.
Und nimmt in die Hände die Brote und Fische,
spricht unsre Gebete: „Bereitet du hast,
o König, den Sinn für kommende Welten.
So segne das Glück - und segne die Last:
Die Freuden und Leiden, oft oder selten -
Gefährten und Feinde, den Wein und das Brot.
Palästen gib Frieden, wie Häusern und Zelten -
bleib Anker und Sehnsucht trotz Schmerzen und Tod.
Erhalte die Schrift mit den heiligen Zeichen -
dem Schicksal geschrieben als Richtmaß und Lot:
Vom Wege ab lass dir nimmer uns weichen.“
Dann teilt er die Brote. Und sie schauten hin -
war das nicht der, den sie wähnten bei Leichen?
Ein Ruck, ein Sprung! Und sie griffen nach ihm!
Dass aber nur im Brot sie ihn fanden
begann er den beiden sich gleich zu entzieh´n.
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Zwei Jünger, denen die Herzen heiß brannten,
verkündend zurück nach Jerusalem rannten ...
Autor:Matthias Schollmeyer |
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