Achava
Arnstadt und Jena erstmalig Festival-Partner

"Juden und Christen sind eine Glaubensfamilie. Ich finde es wunderbar, dass die Achava-Festspiele an verschiedenen Orten in Thüringen stattfinden. So wird deutlich, dass das Thema Judentum uns alle angeht“, erklärt Elke Rosenthal, Superintendentin in Arnstadt. Erstmalig ist das Festival in diesem Jahr auch in ihrem Kirchenkreis zu Gast.

Von Beatrix Heinrichs

Im Mittelpunkt soll die Geschichte der einstmaligen Synagoge stehen, der eine Ausstellung in der Liebfrauenkirche gewidmet wird. Die Synagoge war der erste eigenständige Bau des Architekten Martin Schwarz in Arnstadt und ist zugleich das einzige seiner Bauwerke, das nicht mehr steht. 1938 ist sie in der Reichspogromnacht zerstört worden. „Die Ausstellung bringt das Thema jüdisches Leben in Arnstadt in die heutige Stadt und möchte zum Nachforschen und Nachdenken anregen“, erklärt Rosenthal.
Jüdische Religion und Kultur ist auch heute noch im Stadtbild erlebbar. So erinnerten unter anderem zahlreiche Stolpersteine an jene Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Arnstadt ihr Zuhause hatten und die verfolgt und ermordet worden sind, erklärt die Superintendentin. „Zudem ist ein Verein ›Jüdisches Leben in Arnstadt‹ in Gründung, in dem sich auch Kirchenkreis und Kirchengemeinde engagieren werden. Um aber das Judentum in der Stadt sichtbar zu machen, liegt noch eine Aufgabe vor uns."
Neben Arnstadt ist auch Jena in diesem Jahr erstmalig Partner des Festivals. Hier bemühen sich im Rahmen der Achava-Festspiele federführend Kommune und Universität darum, einen berühmten jüdischen Sohn der Stadt dem Vergessen zu entreißen: Eduard Rosenthal. Der Rechtswissenschaftler gilt als Vater der Thüringer Landesverfassung von 1920 und war zwei Mal Rektor der Jenaer Universität. Anlässlich der Einweihung von drei Denkmalstandorten in Jena werde die Stadt selbst zur Bühne für ein Porträt Rosen-thals, wie die Universität mitteilt. Das Kunstprojekt „Erkundungsbohrungen“ von Horst Hoheisel und Andreas Knitz soll den Einfluss Rosenthals auf die Universitätsstadt performativ erkunden. So wird am 27. September zu der theaterinszenierten Führung »E. R. – Porträt eines Vergessenen« eingeladen.
„Jena hat heute eine vergleichsweise kleine jüdische Gemeinde“, sagt Superintendent Sebastian Neuß. Das jüdische Erbe aber thematisierten auch eine Reihe von Arbeitsgruppen in der Stadt. „Bereits seit 1985 gibt es den ›Arbeitskreis Judentum‹. Seither wird jährlich zu einer Erinnerungsveranstaltung am Westbahnhof eingeladen, die seit 2016 über 1000 Menschen versammelt“, so Neuß. Angeregt durch die bürgerschaftliche Aktion »Klang der Stolpersteine«, werde hier auch gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus ein starkes Zeichen für Mitmenschlichkeit und Toleranz gesetzt.
Ab dem Frühjahr 2021 soll in der Saalestadt auch eine Führung zum Themenjahr »900 Jahre Jüdisches Leben in Thüringen« angeboten werden.

Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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