Gutes Gehör statt gutgemeintem Rat

Olaf Wisch (li.) ist neuer evangelischer Seelsorger und folgt auf Manfred Brien.
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Neuer Seelsorger: Olaf Wisch arbeitet für das Klinikum Bergmannstrost in Halle

Die Drechselbank im Keller, das Geräteturnen im Verein, das Gitarrenspiel und – allen voran – die Familie« – das ist es, worauf sich Manfred Brien freut. Und trotzdem klingt Wehmut mit. Denn der 65-jährige Pfarrer verabschiedet sich in den Ruhestand und beendet damit auch seine mehr als siebenjährige Dienstzeit als Klinikseelsorger im Bergmanns-
trost. »Ich werde die Arbeit im Krankenhaus und die Kontakte zu den Menschen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, sehr vermissen«, sagte Brien zum Abschied.
Als Klinikseelsorger wird fortan Olaf Wisch im Bergmannstrost arbeiten, das 1894 eröffnet wurde, heute zum Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung gGmbH gehört und auf die Versorgung von Unfallpatienten, Menschen mit Brandwunden und Rückenmarksverletzungen spezialisiert ist. Pfarrer Wisch komplettiert das vierköpfige ökumenische Seelsorge-Team. Im Dezember hat der 44-Jährige bereits seinen Dienst in der Luthergemeinde aufgenommen. Dort ist er mit einem Stellenumfang von 50 Prozent beschäftigt.
Wo andere Blumen oder Kalender überreichen, hatte Manfred Brien ein ungewöhnliches Mitbringsel im Gepäck. »Ich habe Herrn Wisch einen Satz Ohren mitgebracht, zum guten Hören. Es besteht immer die Gefahr, dass man – aus einer Routine heraus – gute Ratschläge geben will oder schnelle Antworten parat hat, da man glaubt zu wissen, worauf es hinaus läuft. Daher ist es wichtig, den Menschen durch aufmerksames Zuhören ernst und wahr zu nehmen.« Seit Anfang April hat Olaf Wisch Gelegenheit, sein gutes Gehör unter Beweis zu stellen. Dabei will er sich zunächst mit Ort und Menschen vertraut machen.

Seelsorge für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter

Seelsorge für alle, unabhängig von der Konfession, egal ob Patient, Angehöriger oder Mitarbeiter, das ist der Klinikleitung wichtig. »Es sind in der Regel nicht immer religiöse Menschen, die an die Seelsorge herantreten. Aber auch sie haben ein Bedürfnis, dem die Krankenhaus-Seelsorge entgegen kommt. Ich empfinde es als natürlich, dass man dies hier in unserem Krankenhaus vorhält«, sagt Geschäftsführer Thomas Hagdorn. Der 51-Jährige hofft ebenso wie Personal und Patienten, dass durch den nahtlosen Wechsel das Seelsorgeangebot kontinuierlich weitergeführt werden kann. »Das ist Seelsorge auf sehr hohem
Niveau, und wenn wir dies so erhalten könnten, wäre ich sehr froh. Denn das ist eine große Hilfe für Pa­tienten, Angehörige und teilweise auch für die Mitarbeiter«, so der Stellvertretende Ärztlicher Direktor Joachim Zaage. Das Krankenhaus beteiligt sich auch finanziell an der Seelsorge.
Ähnlich wie sein Vorgänger muss Olaf Wisch Gemeindepfarrstelle und Krankenhausseelsorge unter einen Hut bringen. Das verlangt Klarheit in der Abgrenzung der Arbeitsfelder. Für die Luthergemeinde ist dies mit einer Umstellung verbunden. »Die größte Herausforderung ist, der Gemeinde die Einschränkung von 100 auf 50 Prozent zu übermitteln. Ich werde an manchen Stellen klare Grenzen ziehen müssen, so dass ich mich nicht überhebe. Denn das, was ich im Krankenhaus mache, braucht viel Kraft, auch wenn es manchmal nach außen hin nicht so wirken mag.«
Kraft, die Manfred Brien nun in eigene Projekte stecken kann. An der Volkshochschule will der 65-Jährige seine Fähigkeiten an der Drechselbank weiter verbessern. Brien bleibt sich treu. Entwicklung, nicht Stillstand. »Ich habe gelernt, dass man andere nicht verändern kann, nur sich selbst, und da ist es gut, einen Schritt zurückzutreten. Dazu hat die Arbeit mit den Menschen hier und in der Gemeinde sehr viel beigetragen.« (G+H)

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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