Diakonie
Beratung in der letzten Lebensphase

Schwester Andrea Steidel im Gespräch mit einer Bewohnerin des Johannes-Jänicke-Hauses.
  • Schwester Andrea Steidel im Gespräch mit einer Bewohnerin des Johannes-Jänicke-Hauses.
  • Foto: Foto: Markus Scholz
  • hochgeladen von Katja Schmidtke

Die individuellen Wünsche und Bedürfnisse von Personen in ihrer letzten Lebensphase besprechen und die Frage nach dem „Wie“ des Alt-Werdens und Sterbens gemeinsam beantworten – das ist die Aufgabe von Diakonisse Schwester Andrea Steidl, die seit Mai als Beraterin zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase in den Altenpflegeeinrichtungen des Diakoniewerks Halle tätig ist.

Dabei sprechen die Bewohner des Johannes-Jänicke-Hauses und des Mathilde-Tholuck-Hauses mit Schwester Andrea über ihre Behandlungswünsche inner- oder außerhalb der Pflegeeinrichtung. Dazu gehören Fragen, die oft nur im engsten Familienkreis besprochen werden: Wie will ich sterben? Möchte ich im Notfall reanimiert werden? Möchte ich in ein Krankenhaus verlegt werden? Soll alles medizinisch Mögliche getan werden, um mich am Leben zu erhalten? Wer soll benachrichtigt werden, wenn ich im Sterben liege?

Nach Wunsch können an diesen Gesprächen auch Angehörige oder die Hausärztin der Bewohnerin teilnehmen. Schwester Andrea hält die gemeinsam gefundenen Antworten auf diese Fragen in einem individuellen Vorsorgeplan fest. Oft sind mehrere Gespräche nötig, um ein fertiges Dokument mit allen Wünschen der Pflegebedürftigen zu erstellen. Dieses kann auch später immer wieder angepasst werden.

Erst seit einer Gesetzesreform im vergangenen Jahr ist der Beratungsanspruch vollstationärer Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen gesetzlich geregelt. Die Kosten für die Beratung und die Erarbeitung eines Vorsorgeplans werden seitdem von den Krankenkassen übernommen.

Für die Beratungen hat Schwester Andrea sich fortbilden lassen. 48 Stunden theoretischer Unterricht, vier begleitete Beratungsgespräche und sieben dokumentierte Beratungsgespräche waren vorgeschrieben, damit die Diakonisse und Altenpflegerin das Zertifikat als Beraterin für die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase in den Händen halten kann. Ihre Prüfung als zertifizierte Versorgungsberaterin hat Schwester Andrea erfolgreich absolviert.

Autor:

Katja Schmidtke aus Halle-Saalkreis

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