Zwickmühle am Feiertag

Sonntagsarbeit bei Kirche und Diakonie - die Sonn- und Feiertagsarbeit ist ein Dauerthema bei der kirchlichen Arbeitnehmervertretung. Markus Böttcher, Vorsitzender des Verbandes kirchlicher Mitarbeitender der evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland (VKM), dazu:

In der Pflege ist es unerlässlich auch am Wochenende zu arbeiten. Sitzen Sie da nicht im Glashaus?
Böttcher:
Als kirchlicher Dienstnehmerverband kommen wir da sehr schnell in eine Zwickmühle. In diakonischen Einrichtungen betreuen wir Menschen, die unsere Unterstützung auch am Wochenende benötigen. In Pflegeheimen, Altenheimen, Krankenhäusern, Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Jugendhilfe haben wir keine andere Wahl. Hier muss im Gegenzug eine ordentliche Reglung in den Arbeitsvertragsrichtlinien getroffen werden. Garantierte Ausgleichsruhezeiten oder höhere Zuschläge etwa.

Wie sollten die Dienste geregelt sein?
Böttcher:
Hier gibt es in den Arbeitsvertragsrichtlinien bereits gute Reglungen. Höchstdienstzeiten und Ruhezeiten sind genau festgelegt. Aber hier liegt das Problem: Die Einrichtungen müssen mit den Ämtern die Kostensätze verhandeln. Wieviel Personal, Ausstattung, Nebenkosten übernommen werden. Sehr schnell wird an den Personalkosten gespart. Es gibt viel zu wenig Personal, um einen familienfreundlichen Dienstplan erstellen zu können.

Warum ist der Sonn- und Feiertagsschutz so wichtig?
Böttcher:
Wie viele Kinder sehen ihre Eltern bereits jetzt nur am Wochenende. Arbeitszeiten von zehn und mehr Stunden sind keine Seltenheit. Kinder brauchen ihre Eltern, aber wie soll dies funktionieren, wenn ein oder gar beide Elternteile am Wochenende arbeiten.
Es gab Zeiten, da hatte selbst die Kaufhalle um die Ecke am Samstag nur bis 12 oder 14 Uhr geöffnet und wochentags die Läden nur bis 18 Uhr. Deshalb musste damals auch niemand hungern und kein Unternehmen ist deswegen zusammengebrochen. Aber: Die Welt war menschenfreundlicher.

Fragen: Diana Steinbauer

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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