Werben ohne Tricks

Und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft. 1. Korinther 2, Vers 4 a

Von Christine Reizig, Landespfarrerin für Gemeindeaufbau in Dessau-Roßlau

Sie kennen auch solche Gespräche, bei denen Sie von Ihrem Gegenüber mit Argumenten förmlich attackiert werden, bis Ihnen nichts mehr einfällt. Sie haben nichts mehr entgegenzusetzen. Sie haben aber auch kein gutes Gefühl und denken: Irgendetwas stimmt hier nicht. Wenn ich nur wüsste, was …
Wenn das Gespräch ein Verkaufsgespräch ist, sollten Sie auf keinen Fall etwas mitnehmen oder unterschreiben. Sie sollten mindestens Ihr Recht geltend machen, noch eine Nacht drüber zu schlafen. Kein Schnäppchen ist so einmalig, dass man es sich nicht noch einmal überlegen kann. Und wenn ich eine »einmalige Gelegenheit« verpasst
habe – was macht es?
Vielleicht will mich aber auch jemand von seiner oder ihrer Meinung überzeugen. Es werden alle Künste der Rhetorik angewandt, um mich auf deren Seite zu ziehen. Alle meine Argumente werden vom Tisch gewischt.
Ich möchte nicht, dass Menschen auf diese Art für den christlichen Glauben werben. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte sehr wohl, dass Christen ihren Glauben bezeugen, öffentlich machen, darüber reden. Aber sie sollen nicht mit allen Tricks der Rhetorik ihr Gegenüber über den Tisch ziehen. Ich wünsche mir viel mehr, dass Menschen merken, dass uns der Glaube gut tut, dass wir etwas weitergeben von den Erfahrungen, die wir machen, wie Gottvertrauen uns im Alltag stärkt, was wir erleben können. Wir können auch darüber reden, wie wir eine andere Sicht auf die Dinge bekommen. Wir spüren Gottes Handeln, wo andere »Glück gehabt« sagen. Wir können auch mal den Kürzeren ziehen.
Noch einem Missverständnis sei aber vorgebeugt: Wir müssen uns auch nicht dumm oder naiv stellen, wenn wir vom Glauben reden. Es ist gut, wenn wir verständig mit dem Wort Gottes umgehen können. Aber es ist und bleibt nicht unser Werk, wenn Menschen vom Glauben angerührt werden. Das Eigentliche tut Gottes Geist. Dem dürfen wir vertrauen und darum müssen wir beten.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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