So tickt Jesus: Der Andere zuerst!

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass
er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Matthäus 20, Vers 28

Von Jan von Campenhausen, Direktor der Ev. Wittenbergstiftung

Die Auseinandersetzung, die die Jünger führen, ist nicht besonders originell, noch unmodern geworden. Schon immer wurde sie so geführt: Wer hat das Sagen? Wer ist Erster? Wer ist groß? Schon in unseren Kinderzimmern kann man das prima beobachten – und leider auch an mir selbst ist es zu sehen. Von Kindesbeinen an achte ich penibel darauf, nicht zu kurz zu kommen. Ich erkenne ganz genau, wo ich glaube, zu kurz zu kommen. Das finde ich dann ungerecht und tue was dagegen.
Jesus zeigt in eine ganz andere Richtung. Ihm geht es nicht um sich, ihm geht es um den Anderen. Eigentlich genau andersrum als sonst. Er sagt es auch mit einem tadelnden Blick auf seine Jünger und also auch auf uns. Da gibt es Rangeleien um die besten Plätze. Da will jeder vorne sein. Dagegen setzt er sein: »nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene.« Wer es mit diesem Menschensohn, mit diesem Jesus Christus zu tun haben will, bei dem soll es zumindest ähnlich sein.
Das ist wohl die entscheidende Spielregel bei ihm. Der Andere zuerst! Das klingt, als könnte ich dabei nur verlieren. Es ist aber anders: Ich kann dabei nur gewinnen, denn so bekomme ich den Anderen in den Blick. So gucke ich nicht immer nur auf mich selber. Sondern werde frei von mir selber. Weil ich damit den Blick von mir selbst weglenke, wenn ich gucke, was dem Anderen gut tut. Ich bleibe nicht nur bei mir und meinen eigenen Wünschen und Wollen.
Ich weiß nicht mehr, wer es so auf den Punkt brachte: »Die Sorge um mein tägliches Brot ist eine materielle Frage. Die Sorge um das Brot meines Bruders ist eine geistliche Frage.« Jesus Christus heilt Menschen, gibt ihnen Brot zu essen, schenkt ihnen Leben. Er geht noch weiter: Er gibt sein Leben. So kommt Gott zu uns. Daran erinnern wir uns in der Passionszeit. Er gibt nicht etwas von sich, er gibt sich selbst. Er gibt sich für Dich und auch für mich. So lässt sich leben. Nur so.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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