Mariä Lichtmess'
Dorsum Capricorni

Sonne auf 19° Capricornus - 46° vor dem Frühlingsanfang 2021

Zu Lichtmess ist die „Darstellung Jesu im Tempel” Thema. Dabei wird öffentlich der erstmaligen Präsentation Christi - des Weltenherrschers gedacht. Und der König der Welt nimmt die Huldigung entgegen. Dieses Event findet laut Lukas 2  im Tempel zu Jerusalem statt - und die Prophetin Hanna mit Simeon kommentiert das Geschehen.

Viele Herrscher der alten Welt empfingen bis weit über das Hochmittelalter hinaus Machtinsignien (Krone, Ring und Szepter) nicht in Sparkassen und Banktürmen, sondern in den jeweils gültigen Heiligtümern aus den Händen der Verantwortung tragenden Priesterschaft. Investitur, Investiturstreit - aber auch der trotzige Verzicht moderner Politiker auf die Eidesformel „So wahr mir Gott helfe” sind ein paar Begriffe, die das heikle Thema kennzeichnen. Von woher eigentlich empfängt Macht ihre Berechtigung? Eine wichtige Frage. Am Lichtmesstag geht man dem König der Welt mit Lichtern entgegen und lässt an diesem Tag alle Kerzen für das neue Jahr segnen und weihen, was immer man zu dem Begriff Weihe und Segnung - wenn diese an Gegenständen und Dingen vollzogen werden - als Protestant auch denkt denken zu müssen: Schön ist es allemal, tut gut und macht gut.

Jesus zieht in Jerusalem ein - im Advent auf dem Rücken der Eselin. Und heute? Am Lichtmesstag ist es die liebe Sonne, die auf dem Rücken des Sternbildes Steinbock zu beobachten wäre - den Besitz eines teuren Teleskops unter wolkenfreiem Himmel natürlich vorausgesetzt. Das Zentralgestirn, um das wir zusammen mit den anderen Planeten kreisen, steht heute punktgenau auf einem ganz besondern Sternenlicht. Es ist Theta Capricorni (θ Cap) - genannt auch Dorsum Capricorni. Ein Stern im Sternbild Steinbock. Sein Schein hat die ungefähre Helligkeit von 4,1 mag und seine Entfernung beträgt schlappe 162 Lichtjahre. Man vermutet, dass diese Sonne ebenfalls umrundet werden könnte von Planeten, auf denen für uns und Menschenähnliche "gut Sein" möglich wäre.

Damit man nun von jenem Ort, von dem aus die Sonne heute Christus preist, eine Vorstellung empfange, ist das obige Bild aus der WIKIPEDIA beigefügt. Die Sonne sitzt quasi auf dem Rücken des Steinbocks (roter Pfeil!) - dieser Stern heißt deshalb tatsächlich „Rücken (Dorsum) des Steinbocks.” So begegnen wir mit den Sonnenlicht und der Wärme, die wir von ihr tagtäglich empfangen, Christus, dem wir solche  Lieder singen wie: „Christus, das Licht der Welt. Welch ein Grund zur Freude …” (EG 410) „Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.” (EG 351,10) „Auf dass, wenn dann die Sonne sinkt / … / lobsingen dem im Sternenzelt” (EG 453,4). Einen gesegneten Lichtmesstag!

Autor:

Matthias Schollmeyer aus Wittenberg

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