Luther und Justus Jonas bei den Außerirdischen

Schreibwettbewerb: Die Kirchenzeitung präsentiert die besten Beiträge von Schülern

Martin Luther braucht Hilfe …« – unter diesem Motto hatte die Nordhäuser Stadtbibliothek zum Reformationsjubiläum einen Schreibwettbewerb aufgerufen (wir berichteten in Ausgabe Nr. 9). Schüler und Schülerinnen der 4. bis. 7. Klassen sollten ihrer Fantasie freien Lauf lassen und die Geschichte von Bodo Seidel zu Ende schreiben. In dieser Erzählung überlegt Martin Luther, seinen Freund Justus Jonas bei der Übersetzung des Alten Testamentes aus dem Hebräischen ins Deutsche um Hilfe zu bitten. Martin schreibt einen Zettel, den ein Bote seinem Freund Justus überbringen soll. Luther freut sich, dass er bald an der Übersetzung weiterarbeiten kann.

Mit einem Mal stockte er. Er sah genauer hin auf den Hof. »Das kann doch nicht wahr sein!«

So endet die Geschichte von Bodo Seidel. Die Schülerinnen und Schüler waren aufgefordert, die Geschichte zum Abschluss zu bringen. Mit dem Jury-Favoriten – der folgenden Geschichte von Manou Shaboupor, Greta Böhm und Svenja Schmalfuß (7. Klasse des Ratsgymnasiums Erfurt) – beenden wir unsere Serie mit den besten Beiträgen zum Schreibwettbewerb »Luther braucht Hilfe«:

Über Martin Luther schwebte ein undefinierbares Objekt. Neugierig und leicht verängstigt rannte Luther auf den Hof, wo schon die Dienerschaft versammelt war. Er blieb stehen. Innerhalb eines Wimpernschlages umschloss ihn ein grelles Licht, welches ihn nach oben zog. Dann verlor Luther das Bewusstsein. Luther erwachte auf einem kalten, harten Boden. Er setzte sich auf und sah sich fragend um. Plötzlich ertönte eine Stimme, die sprach: »Willkommen an Bord der R 376. Wir freuen uns, dass Sie sich für diesen Flug entschieden haben und wünschen Ihnen auch weiterhin einen schönen Aufenthalt.« Martin Luther drehte sich um und inspizierte fragend die Gestalt hinter ihm, welche seltsamerweise bläuliche Haut besaß. Luther fragte mit verängstigtem Blick: »Was soll das? Wieso habt ihr mich entführt? Wer bzw. was bist du?« »Wir kommen vom Planeten Duplo und haben die Fähigkeit, in der Zeit zu reisen. Wir kommen aus der Zukunft, wo wir herausgefunden haben, dass du die Welt verändern wirst.« Stille war’s, im Raum erklang sonst nichts.
Martin schüttelte ungläubig den Kopf. Da räusperte sich das bläuliche Wesen: »Sie scheinen nicht zu verstehen. Sie verändern die Welt und wir vom Planeten Duplo brauchen Ihre Hilfe!« Martin erwiderte: »Ich dachte, Sie kommen aus der Zukunft, wieso brauchen Sie meine Hilfe?« »Nennen Sie mich doch Lupidu. Ich bin die Vorsitzende des Rates. Probleme lösen sich nicht von selbst. Und deshalb brauchen wir Ihre Hilfe! Unser Planet liegt im großen Chaos. Bei uns gibt es so was wie einen Gott nicht. Wir wollen, dass Sie unseren Bewohnern den Glauben beibringen.«
Luther schaute sie verdutzt an: »Wieso ich? Wie kann ich ihnen denn dabei helfen?« Lupidu antwortete: »Sie haben doch die Bibel übersetzt, und ob Sie es glauben oder nicht, das veränderte alles!« Martin schien nicht begeistert zu sein. Ihm war nicht ganz klar, wie man jemandem den Glauben beibringen könnte. »Ich mache es unter einer Bedingung! Sie müssen meinen Freund Justus Jonas herholen!«
Nichts leichter als das, schon in wenigen Minuten lag auch Justus Jonas auf dem kalten, harten Boden. Martin erzählte ihm alles, warum und wie er hierherkam. Justus Jonas und Martin erzählten und erklärten den Bewohnern von Duplo die Geschichten aus der Bibel, und ob Sie es glauben oder nicht, auch die Duplo-Bewohner entwickelten mit der Zeit einen eigenen Glauben an Gott, … auch wenn sich Martin das ein wenig anders vorgestellt hatte, denn ihr Gott hieß Habubu.
Lupidu brachte Martin Luther und Justus Jonas dann zurück und verabschiedete sich: »Vielen Dank, dass ihr uns geholfen habt, der Rat spricht großen Dank aus!« Darauf antwortete Martin: »Haben wir doch gerne gemacht! Und wissen Sie, Lupidu, warum Freundschaft Freundschaft heißt? Weil man mit Freunden alles schafft.«
Sie glauben uns nicht, dass Martin und Justus das alles erlebt haben? Kein Wunder, die beiden konnten sich nach der Ankunft an nichts mehr erinnern. Und so blieb die Geschichte bis heute ein großes Geheimnis.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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