Blick nach vorn

2019 wird es vielerorts eng. Dann greift die Strukturreform.
  • 2019 wird es vielerorts eng. Dann greift die Strukturreform.
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Umfrage: Wie gehen wir in unserem Kirchenkreis mit den ab 2019 greifenden Strukturveränderungen um? Derzeit beschäftigen sich die Delegierten auf den Kreissynoden in Mitteldeutschland mit Perspektiven und Konzepten, die ganz konkret die Zukunft der Kirche vor Ort im Blick haben. Dabei geht es auch um eine mittelfristige Personal-, Stellen- und Finanzplanung.

Kirchenkreis Stendal: Gestrichen oder neu besetzt - Ideen für die Ära nach der Strukturreform sind gefragt

Traurig, aber ohne Diskussion hoben die Mitglieder der Kreissynode Stendal in ihrer Herbsttagung die Pfarrstelle Cobbel-Grieben auf. Überraschend traf sie der Beschlussvorschlag nicht: Die Pfarrstelle ist vakant, und in der Region läuft seit gut einem Jahr eine Werkstatt zum Ausloten, ob und wie zwei statt der drei Pfarrstellen ausreichen.
Die Zukunftswerkstatt Cobbel-Grieben-Tangerhütte tagte regelmäßig und lud Interessenten ein. »Leider sind diejenigen, die jetzt laut kritisieren, nie gekommen, um mitzugestalten«, bedauerte Superintendent Michael Kleemann im Zusammenhang mit den Beschlüssen zum Stellenplan.
Denn die Synode traf noch eine weitere Entscheidung: Sie hob die Stelle des Kreisjugendreferenten auf und übertrug die Jugendarbeit auf die Referentenstelle für Kinder und Familien, ohne die halbe Stelle aufzustocken. Die Strukturveränderung geht einher mit dem Weggang des bisherigen Jugendreferenten Jan Foit. Vakante Stellen werden jedoch nicht einfach gestrichen. Arendsee und Bismark wurden neu besetzt. Auch in Beuster soll es wieder einen Pfarrer geben.
Wie es grundsätzlich weitergehen wird, soll in den nächsten Monaten mit den Mitarbeitenden und den Gemeindekirchenräten diskutiert werden. Ideen für Gottesdienste und andere Angebote im Gemeindeleben – mit und ohne Hauptamtliche – probieren die Altmärker aus.
Renate Wähnelt

Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt: Gemeinden mit Profil - Workshops: Kreissynode will Christen vor Ort ermutigen

In Workshops auf der Kreissynode im November haben sich Haupt- und Ehrenamtliche des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt über Zukunftsthemen ausgetauscht. »Wie gewinnen wir Nachwuchs in den Gemeinden, wie bewegen wir Menschen zum Mittun und welche Strukturen sind zukunftsfähig? Dies hat uns vor allem beschäftigt«, fasst Präses Dieter Lomberg zusammen.
Auch Gottesdienste, der Umgang mit Nicht-Getauften und das Pfarrerbild – also die Erwartungen der Gemeinde und jene des Pfarrers selbst –
spielten eine Rolle. All diese Themen sollen auf künftigen Synodentagungen detaillierter erörtert werden.
Anstatt zu klagen, dass Geld und Personal weniger werden, wolle man den Blickwinkel ändern und den Gemeinden helfen, ein Profil zu entwickeln und sie befähigen, dieses auch in die Praxis umzusetzen. »Die Stellenpläne sind durch, jetzt geht es um Inhalte«, so Dieter Lomberg. Und diese Inhalte werden von Pfarrbereich zu Pfarrbereich ganz unterschiedlich sein: Familienkirche, Gospelmusik oder der ganz klassische, ganz traditionelle lutherische Gottesdienst.
Katja Schmidtke

Kirchenkreis Torgau-Delitzsch: Suche nach neuen Wegen - Pfarrer Matthias Taatz: Kirche ist noch lange nicht am Ende

Über »Veränderte Horizonte in Kirche und Gemeinde« sprach Pfarrer Matthias Taatz zur Herbstsynode im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch. Als Taatz 1991 in Schenkenberg begann, betreute er vier Gemeinden. Heute sind es 16. Die Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher liegt im einstelligen Bereich. Taatz sucht daher andere Formen, um seine »Schäfchen« und kirchennahe Menschen zu erreichen – wie die Familienkirche, die sich in Schenkenberg etabliert hat und zu der durchschnittlich 40 Kinder und 50 Erwachsene kommen, Tendenz steigend. Taatz plädiert dafür, große Pfarrbereiche in Haupt- und Nebenkirchen zu unterteilen. Die Hauptkirchen bieten regelmäßig Gottesdienste an, die Nebenkirchen werden für Kasualien und an Feiertagen geöffnet. Sein Fazit: »Kirche ist noch lange nicht am Ende!«
Die Region hat auch Pfarrerin Ann-Sophie Schäfer im Blick. In ihrem Entsendungsdienst sucht sie in und um Torgau nach Synergien über die Ortsgemeinde hinaus. In Eilenburg und Bad Düben hat sich die Situation durch den Dienstantritt von Stephan Hoberg etwas entspannt. In einem Sondervikariat ist er seit 1. September für beide Stellen zuständig. Unabhängig davon ist Bad Düben nach wie vor an einer vollen Pfarrstelle interessiert. Ein noch zu gründender Förderverein hat drei Jahre Zeit, sich um das notwendige Geld zu bemühen.
Andreas Bechert


Kirchenkreise Schleiz und Meiningen: Realistisch und optimistisch - Abwägung: Was funktioniert, wird weiter unterstützt

Die Kreissynoden im Herbst beschäftigen sich alljährlich mit dem Haushalt. So auch in Meiningen. »Transparenz ist wichtig«, betont Superintendentin Beate Marwede. Die Synodalen sollen deutlich wissen, woher das Geld kommt und wie wir es verteilen, erklärt sie. Auch der Stellenrahmenplan musste bei der Kreissynode am zweiten Novemberwochenende beschlossen werden. »Wir hatten schon in den letzten Jahren eine Phase der Kürzungen«, betont die Superintendentin. Der Plan werde bis 2019 weiter umgesetzt.
Wie das geschehen soll, das bewegt die Gremien derzeit. »Die Frage lautet, wie können wir unter den zurückgehenden Mitteln und dem weniger werdenden Personal Kirche aufrechterhalten.« Dabei, so Marwede müsse auch immer im Blick behalten werden, wie man Kirche für alle, nicht nur für Kirchenmitglieder, sein könne. Sie betont, es müsse einen Perspektivwechsel geben. »Kirche für die Welt sein – wie können wir das umsetzen und mit welchen Mitteln«, fragt die Superintendentin.
Neben den großen Fragen sind es die kleinen konkreten, die die Synodalen beschäftigen. So etwa die halbe Stelle eines Bausachbearbeiters, den sich Meinigen mit dem Kirchenkreis Arnstadt/Ilmenau teilt. Dieser Sachverständige soll die Kirchengemeinden bei der Beantragung von Fördermitteln zur Renovierung der Kirchengebäude unterstützen. Dafür liefert er konkrete Zuarbeiten und soll damit die Ehrenamtlichen aber auch den Seelsorger vor Ort entlasten. Die Stelle wurde zum 4. Oktober besetzt und ist auf zwei Jahre befristet.
Im Kirchenkreis Schleiz liegt die Strukturplanung noch auf Eis. »Solange die neue Superintendentin ihren Dienst noch nicht angetreten hat, können wir da nichts auf den Weg bringen«, erklärt Präses Dieter Fischer. Der Haushalt steht auch hier auf dem Programm. Zudem beschäftigt sich die Kreissynode mit der Verlängerung der Kreisschulfachstelle oder der Mitfinanzierung von Jugendprojekten. »Wir überprüfen unsere Konzeption und den Erfolg der bisherigen Arbeit«, erläutert Dieter Fischer. So steigt man nun aus dem Projekt »Escola Popular« wegen mangelnder Nachfrage aus, andere Jugendprojekte werden dafür nun unterstützt. Was funktioniert, wird unterstützt, was nicht gut geht, wird aufgegeben.
Was für das kommende Jahr beschlossen werden soll, wird nun intensiv beraten. Und auch die Strukturreform lässt sich aus den Köpfen der Synodalen nicht verdrängen. Konkret ist noch nichts festgelegt. Klar ist jedoch laut Fischer, dass man im Kirchenkreis Schleiz Pfarrstellen nicht einfach so wegrationalisieren will. Kirche müsse sich den Bedürfnissen der Zeit anpassen. Es frage sich nur wie, erklärt Fischer. Er ist zuversichtlich, dass sich die konkreten Fragen bald lösen lassen und auch die langfristige Stellenplanung bald angegangen werden kann.
Diana Steinbauer

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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