Corona-Krise
Neue Formen der Verkündigung

Auf der Homepage des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz finden sich viele Angebote in Zeiten von Corona.
  • Auf der Homepage des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz finden sich viele Angebote in Zeiten von Corona.
  • Foto: Screenshot Website Kirchenkreis
  • hochgeladen von Katja Schmidtke

Die Corona-Pandemie schränkt auch die kirchliche Arbeit sehr stark ein. Gottesdienste, Gemeindegruppen und Chorproben finden nicht mehr statt. Persönliche Begegnungen sind ein zentrales Element des kirchlichen Lebens, das momentan nicht möglich ist.

Nach dem Schock, auf das Elementarste verzichten zu müssen, entstanden und entstehen viele kreative Ideen und Projekte, um mit den Gemeindemitgliedern und Gruppen in Kontakt zu bleiben. Vieles wird ausprobiert. Manches gelingt, anderes nicht. Die aktuelle Situation hat Raum geschaffen, neue Wege zu beschreiten, die im sonst hektischen Alltagsgeschäft aus Zeitnot vielleicht nie betreten worden wären.

Ein für alle Beteiligten ganz neues Format findet sich auf der Internetseite des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz. Jeden Abend um 18 Uhr wird hier ein Abendgebet per Video veröffentlicht. Ganz bewusst hat der Kirchenkreis diese Uhrzeit gewählt, zu der auch in vielen Kirchen die Glocken läuten. Es handelt sich dabei um eine traditionelle Gebetszeit, die heutzutage aber kaum noch genutzt wird. In der aktuellen Situation, wo die Straßen und überhaupt das ganze Leben ruhiger geworden sind, ist der Klang dieser Glocken wieder deutlicher zu hören. Entgegen der Tradition können die Menschen aber nicht in den Kirchen zum Gebet zusammenkommen. Daher kommt das Gebet unter dem Motto #KircheBeiDir zu den Menschen nach Hause.

Immer eine andere Person aus dem Kirchenkreis bereitet den etwa fünfminütigen Impuls vor. Entsprechend vielfältig sind die Beiträge. Allen gemeinsam sind die Fürbitten, in denen die Wünsche und Sorgen der Menschen eingetragen werden. Über die Internetseite des Kirchenkreises oder auch per E-Mail können Gebetsanliegen eingesandt werden, die dann bei nächster Gelegenheit im Abendgebet aufgegriffen werden. Auf diese Weise ist das Abendgebet nicht nur eine Sendung sondern auch ein Kommunikationskanal, der die Gemeinschaft verbindet.

Chöre sind von den Verboten besonders betroffen. Auch für Konzerte, die eventuell erst im Herbst stattfinden, muss geprobt werden. Chorleiterin Johanna Schulze hat nun ein Angebot entwickelt, damit die Sängerinnen und Sänger zu Hause allein üben können. Kantorin Schulze hat die verschiedenen Chorstimmen für das nächste geplante Musikstück vorgesungen und aufgezeichnet. Diese Audiospuren können nun von der Internetseite runtergeladen werden. So hat jeder für seine Stimmlage ein Tonbeispiel, das das Einstudieren der Stücke erleichtert. Auch wenn am Ende alle froh sein werden, wenn gemeinsame Proben wieder möglich sind. können sich alle durch das digitale Angebot bereits eine Grundlage erarbeiten.

Ein weiteres neues Format ist die „Andacht zum Anhören“ ein Podcast mit Andachten und kurzen Gottesdiensten. Der Podcast wird wöchentlich veröffentlicht. In wechselnder Besetzung mit Vertreterinnen und Vertretern aus der ganzen Region werden die Beiträge erstellt. Federführend sind dabei bisher Vikar Manuel Kaiser und Pfarrer Daniel Schilling-Schön aus Goseck.

Unterstützung bekommen sie u.a. von Schülerinnen und Schülern der Klosterschule Pforta. Die Schüler sprechen Texte ein oder spielen Musik, was dann als Aufnahmen im Podcast genutzt wird. Die Beiträge werden auf der Internetseite des Kirchenkreises veröffentlicht aber auch über die sozialen Medien verteilt. An einer weiteren Idee, die Andachten vor allem für ältere Gemeindemitglieder über eine Telefonnummer zugänglich zu machen, wird noch gearbeitet.

Gerade weil auch viele ältere Menschen Teil der Gemeinden sind, gibt es nicht nur digitale Angebote. Pfarrerin Constanze Lenski aus dem Bereich Schkölen-Osterfeld hat eine Stationen-Andacht entwickelt, die jeder individuell bei einem Spaziergang über einen der Friedhöfe feiern kann. Die Andacht geht über mehrere Stationen, die über den ganzen Friedhof verteilt sind. Pfeile helfen bei der Orientierung. Man kann an den einzelnen Stationen innehalten, den vorgeschlagenen Impuls aufgreifen oder ein Gebet sprechen.

In der Region Nördliches Zeitz wird für jeden Sonntag eine Hausandacht geschrieben. Die Andacht wird über die sozialen Medien, über die Internetseite der Region und mit Hilfe von Handzetteln über die Briefkästen an die Gemeindemitglieder verteilt. Mit dem Textblatt können dann alle zu Hause einen kleinen Gottesdienst feiern. Dafür läuten auch die Glocken der Kirchen weiterhin zur Gottesdienstzeit, auch wenn kein öffentlicher Gottesdienst stattfindet.

Die Gemeindepädagoginnen halten den Kontakt zu Ihren Gruppen, indem sie den Kindern in regelmäßigen Abständen kleine Pakete schicken. Darin finden die Kleinen u.a. biblische Geschichte, Bastelanleitungen, Lieder oder auch Bilder zum Ausmalen. Damit wollen die Gemeindepädagoginnen den Kindern etwas Freude und Abwechslung in diesen verwirrenden Zeiten bieten.  (red)

Autor:

Katja Schmidtke aus Halle-Saalkreis

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