Berichtet
Gut geerdet in den Himmel

Mit dem ersten Spatenstich begann symbolisch der Bau des Glockenturms.
  • Mit dem ersten Spatenstich begann symbolisch der Bau des Glockenturms.
  • Foto: Martin Hanusch
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Von der schönen Rasenfläche neben der Markuskirche in Magdeburg ist nicht viel übrig geblieben. Eine dicke Schicht rotbraunes Mineral überdeckt das einstige Grün. Auf der kahlen Fläche steht jetzt ein riesiger Bagger. Auch in einigen der Blumenrabatten zwischen Pfarrhaus und Kirche klaffen große Lücken. Da, wo einst prächtige Rosenstöcke standen, sind nur Löcher in der Erde geblieben. Doch so richtig traurig ist niemand über den Verlust. Denn nun geht es endlich los mit dem langersehnten Bauprojekt Glockenturm an der Markuskirche.
Zum ersten Spatenstich sind nicht nur die Vertreter der Baufirma und der Architekt Karsten Liebner erschienen, auch viele Gemeindeglieder haben es sich nicht nehmen lassen, bei dem historischen Moment dabei zu sein. „Der erste Spatenstich ist zwar nur symbolisch, aber dennoch sehr bedeutsam“, sagt Pfarrerin Cordelia Hoenen. Jahrelang sei der Turm geplant worden, nun werde er endlich Wirklichkeit und die Gemeinde sei voller Vorfreude. „Ein Glockenturm ist als Bau schon etwas Besonderes, das bauen auch die Handwerker nicht alle Tage.“ Den Bauleuten wünscht die Pfarrerin, dass Gott ihr Tun und ihre Entscheidungen segnen möge.
Tatsächlich geht für die Markusgemeinde ein Wunschtraum nach und nach in Erfüllung. Der erste Spatenstich ist bereits der zweite Schritt auf dem Weg, nachdem die beiden Glocken im Frühjahr im baden-württembergischen Neunkirchen gegossen worden waren und jetzt im Foyer der Kirche aus den 1970er Jahren darauf warten, ihren Platz im neuen Glockenturm einzunehmen. „Wir werden diesen Turm bauen aus festem Stein, er wird in den Himmel ragen und zugleich gut geerdet sein“, versichert die Pfarrerin. So sollen die Glocken zur Ehre Gottes erklingen und als Einladung für die Menschen, hierher zu kommen.
Und bis dahin soll es gar nicht mehr lange dauern. Bereits in einem dreiviertel Jahr könnte der etwa zwölf Meter hohe Turm stehen, erklärt die Vorsitzende des Bauausschusses, Kathrin Tittelwitz, den straffen Zeitplan. Das setze allerdings voraus, dass es keine Lieferschwierigkeiten beim Material gebe und auch das Wetter keinen Strich durch die Rechnung mache. Geplant ist eine moderne Stahlbetonkonstruktion mit einem hölzernen Glockenstuhl und Schallluken.
Der erste Spatenstich ist dabei das erste sichtbare Zeichen für das ehrgeizige Bauprojekt. Bereits wenige Tage später klafft ein riesiges Loch für das Fundament in der Erde. „Damit sind wir unserem Ziel wieder ein Stück näher gekommen“, freut sich die Gemeindekirchenratsvorsitzende Brigitte Becker. Am Tag des ersten Spatenstiches gibt es jedenfalls viele zufriedene Gesichter – beim Gemeindekirchenrat, den Mitgliedern der Gemeinde und auch beim Architekten, der den Entwurf für den Turm ausgearbeitet hat. Jetzt muss nur noch der Zeitplan aufgehen, damit das Glück komplett ist und die beiden Glocken das tun können, wozu sie gegossen worden sind, wie die Pfarrerin es ausdrückt: „Glocken laden ein, sie stiften Identität und mahnen zum Frieden.“
Anlässlich des Reformationstages am 31. Oktober, 16 Uhr, geben Jens Kubbutat (Trompete) und Stefan Schluricke (Orgel) unter dem Motto "Alte Meister der Barockzeit" ein Benefizkonzert zugunsten des Glockenturmprojektes mit Werken von Albinoni, Bach und Telemann.
Martin Hanusch

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