Schatzsucher heimgerufen

Im Alter von 88 Jahren verstarb am 8. Januar Friedemann Goßlau. Er war von 1966 bis 1994 Pfarrer der Domgemeinde Quedlinburg. Auch aufgrund seiner Bemühungen kehrten die 1945 geraubten Teile des Domschatzes 1993 nach Quedlinburg zurück.
Die wertvollen Stücke waren von einem amerikanischen Offizier nach Kriegsende nach Texas verbracht worden und galten lange als verschollen. Ab 1982 wurde das Samuhel-Evangeliar auf dem Kunstmarkt angeboten. Allen war die Quedlinburger Herkunft klar, doch die Kirchengemeinde lag unerreichbar fern in der DDR. Das änderte sich 1990. Für den eher unauffälligen, wenn auch nicht unscheinbaren Dompfarrer begann eine harte Zeit. Tagsüber war er Gemeinde­pfarrer, abends studierte er englische juristische Texte. Als er 1998 zum Ehrenbürger Quedlinburgs ernannt wurde, sagte er: »Unser Woher bestimmt auch unser Wohin, … Meine Sorge aber ist, dass wir im ständigen totalen Nur-Jetzt das Gespür und den Blick für Zeit und Geschichte verlieren.« (G+H)

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Online-Redaktion aus Weimar

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