Pfadfinder ist man nicht nur Freitagnachmittag 

Frederike Bauer-Borchmann

Engagement: Frederike Bauer-Borchmann leitet seit 20 Jahren die »Quedlinburger Milane«

Von Uwe Kraus

Sie ist die Quedlinburger Leitwölfin. Doch Frederike Bauer-Borchmann korrigiert: »Bei uns heißt das Akela.« In einem Gottesdienst in der evangelischen Nikolaikirche wurde sie kürzlich für ihr 20-jähriges Engagement in der Pfadfinderschaft »Quedlinburger Milane« gewürdigt. »Ich habe mich über die Blumen sehr gefreut. Als Pfadfinder ist man ja der Natur eng verbunden.«
Die Eltern der heute 58-Jährigen, die lange in Neinstedt lebte, erzogen ihre Kinder sehr naturverbunden. »Ich konnte schon früh ohne großen Aufwand Feuer machen«, erinnert sie sich.
Zu den Pfadfindern kam sie über den Teenie-Treff der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Auf einer Konferenz kam sie mit Pfadfindern in Kontakt, ging zu ihrem Pfarrer, organisierte ein Schaulager. »Im Juni 1996 gründeten wir unsere Siedlung, was der erste Schritt zum Stamm wurde, den wir später nach den Milanen hier in der Gegend benannten.« Auf dem sogenannten Bundesthing, dem jährlichen Treffen aller Verantwortlichen aus den Ortsgruppen, wurde die neue Siedlung vorgestellt und bestätigt. Die Milane erhielten ihre »Stammesaufgabe« und vor 20 Jahren ihre Anerkennung.
Wie viele junge Menschen seither Mitglieder der »Quedlinburger Milane« waren? Frederike Bauer-Borchmann wehrt ab. »Ich bin keine Statistikerin, aber so an die 150 können es gewesen sein. Erst kürzlich verabschiedeten wir einen jungen Mann, der hat als Wölfling mit sieben Jahren bei uns angefangen. Heute ist er 22. Da sind wir schon stolz, dass wir 15 Jahre am Lebensbuch dieses Menschen mitschreiben konnten.« Zum Jubiläumslager zu Himmelfahrt kamen Ex-Pfadfinder, die selbst Kinder in einer Pfadfinderschaft haben.
Die Sozialpädagogin Bauer-Borchmann sieht noch kein Ende ihres Engagements. »So Gott will und es mir Freude bereitet, will ich dienen, wie ich es im Pfadfinderversprechen gesagt habe.« Als Mitglied des Bundes Baptistische Pfadfinderschaften steht natürlich Gott im Mittelpunkt. Aber das Pfadfindersein ist auch eine Lebenseinstellung. »Wir haben jeden Tag eine gute Tat auf der Agenda. Das muss nichts Großes sein. Mal eine Tür aufzuhalten, die helfenden Hände anbieten, auch kleine Situationen für Andere positiv gestalten.« Pfadfinder sei man nicht nur Freitagnachmittag oder wenn man mitten in der heimischen Wildnis die Kluft trägt. »Das leben wir in der Familie, in der Klasse, auf dem Schulhof, wenn Ungerechtigkeiten entstehen oder wenn wir dem Nachbarn lächelnd begegnen und mit netten Gesten erfreuen.« 

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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