Berichtet
Ein Baum für die Verstorbenen

Hände: Mit ihnen kann man beten oder zum Abschied winken. Der neu gepflanzte Baum erhielt im Rahmen der Trauerbewältigung sym-bolisch diese besonderen Blätter.
  • Hände: Mit ihnen kann man beten oder zum Abschied winken. Der neu gepflanzte Baum erhielt im Rahmen der Trauerbewältigung sym-bolisch diese besonderen Blätter.
  • Foto: Andreas Damm/ESN
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Wie geht man mit der Trauer um, und wie kann man lieb gewonnene Menschen in Erinnerung behalten? Zum Gedenken an drei verstorbene Bewohner des Wohnangebotes der Evangelischen Stiftung Neinstedt (ESN) auf dem Marienhof wurde im Rahmen einer Andacht eine Stieleiche gepflanzt. Dabei sind die Abstandsregeln zum Schutze der Anwesenden konsequent eingehalten worden.
Alle drei Bewohner sind im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion verstorben. Von diesen Menschen konnte schon vor einiger Zeit in der Lindenhofskirche in Neinstedt Abschied genommen werden. Ihre Urnen sind auf dem Friedhof der ESN bestattet. Gerade für Menschen mit einer geistigen Behinderung ist es schwer, Zusammenhänge zum Thema Tod zu erfassen. Sie brauchen Zeit und einen Ort, um mit ihrer Trauer umzugehen.

Aus diesem Grund wurde bei den wöchentlichen Andachten auf dem Marienhof gezielt von Pfarrerin Kristin Heyser an der Trauerbewältigung der Bewohner gearbeitet. Es entstand auch die Idee, einen Ort der Erinnerung und des Gedenkens zu schaffen. Da der Weg bis zum Friedhof für die oft älteren Menschen zu weit ist, wurde ein Platz auf dem Marienhof als Standort bestimmt. Die Idee war, eine Stieleiche zu pflanzen.
Beim Pflanzen des Baums wendete sich Pfarrerin Kristin Heyser an die anwesenden Wegbegleiter der Verstorbenen: „Wir werden heute einen Baum pflanzen. Er ist ein Zeichen für das Leben. Dieser Baum wird wachsen und seine Wurzeln werden im Boden Halt finden. In einigen Jahren wird der Baum so groß sein, dass sein Blätterdach Schatten spendet. Im Sommer können wir unter dem Baum sitzen und an die Menschen denken, die gestorben sind. Das Gedenken tröstet uns.“

Nach dem Pflanzen und Angießen der Eiche gab es noch einen ganz persönlichen Abschiedsgruß an die Freunde und Mitbewohner: In den Andachten zur Trauerbewältigung gestalteten die Teilnehmer Blätter mit ihren Handabdrücken. Diese Blätter wurden am Baum befestigt und wehen wie die Blätter im Wind. „Die Hände sind auch ein Zeichen. Man kann mit den Händen einen Baum umarmen. Man kann sie zum Beten falten und auch zum Abschied winken,“ so Kristin Heyser.

Neben den verstorbenen Menschen auf dem Marienhof werden auch die anderen verstorbenen Bewohner der Evangelischen Stiftung Neinstedt in ehrenvollem Gedenken gehalten.
Andreas Damm

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Online-Redaktion

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